Unikliniken
Ärzte verlangen neun Prozent mehr Gehalt

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund verlangt für die 22 000 Mediziner an Unikliniken im Schnitt rund neun Prozent mehr Lohn. Selbst in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise werde keine Uniklinik durch die Forderung überlastet, meint die Gewerkschaft.

HB BERLIN. „Wir fordern von den Universitätskliniken nichts, was andere Klinikträger nicht schon geben“, begründete Gewerkschaftschef Rudolf Henke am Montag in Berlin die Vorgabe für die Tarifrunde 2009. Überall im In- und Ausland gebe es deutliche bessere Verdienstmöglichkeiten.

Für Überstunden, Samstags- und Nachtarbeit verlangt der Marburger Bund höhere Zuschläge. Für Nachtschichten bekämen die Ärzte bislang gerade einmal 1,28 Euro mehr pro Stunde. Notwendig sei zudem eine rasche Angleichung der Ärztegehälter in Ostdeutschland an das Westniveau, betonte Henke. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TDL) lehnte die Forderungen als inakzeptabel ab. Die Verhandlungen sind für die zweite Januarhälfte angepeilt.

Im Sommer 2006 hatte die Gewerkschaft sich mit der TDL nach zähen Verhandlungen auf einen arztspezifischen Tarifvertrag verständigt. Wochenlange Streiks hatten die Arbeit in vielen Kliniken weitgehend zum Erliegen gebracht. Die Mediziner vertreten aber die Auffassung, dass sie mit den damals errungenen Steigerungen lediglich eine Absenkung der Vergütung verhindert hätten. Die Einkommen stagnierten daher seit 2003.

Die aktuelle Tarifforderung des Marburger Bundes liegt noch über der Acht-Prozent-Forderung von Verdi und Beamtenbund für die 800 000 Beschäftigten der Länder, die auch das Klinikpersonal umfasst. Henke verwies auf die Einigung bei den kommunalen Krankenhäusern zu Beginn des Jahres. Ohne Streiks war dabei ein Gehaltsplus von acht Prozent ausgehandelt worden. Dies sei auch bei den Unikliniken möglich, wenn die Arbeitgeberseite die Gewerkschaftsforderung akzeptiere.

TDL-Geschäftsführer Knut Bredendiek bezeichnete die Forderung als jenseits jeglicher Realität. „Wir werden nur einen Abschluss tätigen, den die Länder auch bezahlen können.“. Der Vergleich mit der Einigung bei den kommunalen Kliniken trage nicht, da dieser Abschluss Anfang 2008 vereinbart worden sei. Seitdem habe sich die Ausgangslage im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise verändert, sagte Bredendiek. Gewerkschaftschef Henke bezeichnete die Gehaltsforderung von neun Prozent dagegen als Beitrag gegen die Wirtschaftskrise, weil dadurch Innovationen und wissenschaftliche Leistungskraft verbessert würden.

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