Union: Angriff gegen die Menschenwürde
Abgeordnete planen Sterbehilfe-Gesetz

Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP planen eine fraktionsübergreifende Initiative für ein Sterbehilfe-Gesetz in Deutschland. Mit einem gemeinsamen Antrag wollen sie erreichen, dass todkranke Menschen selbst über den Zeitpunkt ihres Todes bestimmen können. Die Union und die Patienteninitiative Deutsche Hospiz Stiftung kritisierten das Vorhaben scharf.

HB BERLIN. „Wir sind der Überzeugung, dass der Patientenwille bis zum Schluss ausschlaggebend sein muss“, sagte der Initiator des Gruppenantrags, der SPD-Abgeordnete Rolf Stöckel, der „Berliner Zeitung“. Die Patienteninitiative Deutsche Hospiz Stiftung und die Union kritisierten die Pläne am Mittwoch scharf.

Der laut Stöckel bislang von 15 bis 20 SPD-Abgeordneten, fünf bis zehn Liberalen und fünf Grünen unterstützte Antrag soll Ende April vorgelegt werden. Nach Stöckels Vorstellungen soll das Strafgesetzbuch so geändert werden, dass Tötung auf Verlangen nicht mehr unter allen Umständen rechtswidrig und strafbar ist.

Die Patienteninitiative Deutsche Hospiz Stiftung verurteilte den Vorstoß Stöckels scharf. „Damit erweist er den Kranken und Sterbenden einen Bärendienst“, sagte der geschäftsführende Vorstand der 50 000 Mitglieder starken Organisation, Eugen Brysch, am Mittwoch der dpa. „Wenn die aktive Sterbehilfe legalisiert wird, bedeutet das das Ende der Selbstbestimmung des Patienten.“ Denn in den meisten Fällen würden doch andere entscheiden, wann der Patient zu sterben hat. Die Hospiz Stiftung fordert stattdessen eine flächendeckende und angemessene Versorgung Sterbender. Bislang erhielten nur 2,1 Prozent der 850 000 Sterbenden in Deutschland eine solch professionelle und umfassende Begleitung, sagte Brysch.

Auch der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, kritisierte die Initiative für ein Sterbehilfegesetz. „Die Zulassung aktiver Sterbehilfe ist ein Angriff gegen die Menschenwürde und eine Bankrotterklärung der Menschlichkeit.“ Der kirchenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hermann Kues sagte, statt über Sterbehilfe nachzudenken, müsse das Sterben in die Gesellschaft als Teil des Lebens zurückgeholt werden.

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