Union gibt sich geschlossen
Schröder verteidigt seinen Reformkurs

Bundeskanzler Gerhard Schröder lässt sich auch durch das Wahldebakel der SPD in Bayern seine Reformlaune nicht verderben. Forderungen, auch aus der eigenen Partei, nach einem Kurswechsel hat er eine Absage erteilt. Der mit der Reform-„Agenda 2010“ eingeschlagene Weg müsse unbeirrt fortgesetzt werden.

HB BERLIN. Die Union zeigte sich nach dem Sieg von Edmund Stoiber (CSU), der erstmals in der Bundesrepublik mit seiner Partei eine Zweidrittelmehrheit in einem Parlament erreichte, um Geschlossenheit bemüht. CDU-Chefin Angela Merkel sagte, das Kräfteverhältnis der Schwesterparteien habe sich nicht verändert. Stoiber sagte zur Frage nach einer neuen Kanzlerkandidatur 2006: „Das ist im Moment kein Thema für uns.“

Bayerns SPD-Chef Wolfgang Hoderlein und Generalsekretärin Susann Biedefeld kündigten als Konsequenz aus dem SPD-Desaster ihren Rücktritt an. Hoderlein hatte zuvor der Bundesregierung vorgeworfen, sie habe „einen Weg eingeschlagen, der traditionellen SPD-Wählern viel abverlangt“. Münchens SPD-Oberbürgermeister Christian Ude beklagte im ARD-„Morgenmagazin“, Berliner Regierungsmitglieder seien der Landespartei „regelrecht in den Rücken gefallen“.

Die Union will nach Worten Merkels Reformen nicht blockieren, aber „hart verhandeln mit der Bundesregierung“ und „die Weichen richtig stellen“.

Die CSU hatte sich am Sonntag um 7,8 Punkte auf 60,7 Prozent verbessert und gewann 124 der 180 Sitze. Die SPD stürzte um 9,1 Punkte auf 19,6 Prozent ab.

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