Union ist in der jüngsten Umfrage weiter zurückgefallen
CDU warnt vor großer Koalition

Eine Woche vor der Bundestagswahl stemmt sich die Union mit aller Macht gegen die Perspektive einer großen Koalition.

ms/dc/str/sig/pt BERLIN. "Wir werden alles daransetzen, einen echten Politikwechsel herbeizuführen, und der lässt sich nur mit Union und FDP erreichen", sagte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller dem Handelsblatt. Müller, der im Wahlkampfteam der Union für die Themen Wirtschaft und Arbeit zuständig ist, betonte: "Die große Koalition ist keine geeignete Konstellation, um die politischen Probleme in Deutschland zu lösen."

Deutliche Worte fand Fraktionsvize Wolfgang Bosbach: "Das Einzige, was ich von einer großen Koalition halte, ist Abstand", sagte er. In der letzten Wahlkampfwoche will die Unionsspitze dies noch deutlicher machen und in einer "100-Stunden-Kampagne" bis zur Schließung der Wahllokale am 18. September für eine schwarz-gelbe Mehrheit kämpfen. Der schrumpfende Vorsprung hat die Union in Alarmstimmung versetzt. CDU und CSU sind in der jüngsten Umfrage auf den niedrigsten Stand seit Mitte Februar zurückgefallen. Das Emnid-Institut ermittelte für die Union nur noch 40,5 Prozent und für die SPD 34,5 Prozent. Eine schwarz-gelbe Mehrheit gäbe es demnach momentan ebenso wenig wie eine rot-grüne.

Eine große Koalition stößt auch in der Wirtschaft auf heftige Ablehnung. Sie wäre "eine ganz schlechte Lösung für unser Land", sagte Jürgen Thumann, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, im Deutschlandfunk. "Insofern wünschen wir einen Regierungswechsel." IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung": "Eine Demokratie lebt davon, dass der Regierung eine starke Opposition gegenübersteht. In einer großen Koalition würde dieser Grundsatz hintangestellt."

Auch Teile der SPD betrachten eine große Koalition mit Skepsis. "Man kann keinen Richtungswahlkampf führen und dann sagen, jetzt gehen wir zusammen ins Bett", sagte Fraktionsvize Michael Müller dem Handelsblatt. Unions-Präsidiumsmitglied Peter Müller sagte: "Es würde die SPD zerreißen, müsste sie in ihrer jetzigen Situation Regierungsverantwortung in einer großen Koalition übernehmen. Unter dem Strich wäre es wohl selbst für die SPD das Beste, wenn die Union klar gewinnt."

Seite 1:

CDU warnt vor großer Koalition

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%