Union und SPD verlieren
Koalitionsstreit vergrätzt die Wähler

Keine Chance für Beck. Immer mehr Bundesbürger befürworten einer neuen Umfrage zufolge einen SPD-Kanzlerkanidaten Steinmeier. Doch nicht nur der SPD-Chef kommt derzeit gar nicht gut an. Der Koalitionsknatsch kostet nun auch die Union Sympathien.

HB HAMBURG. Der Streit zwischen Union und SPD kostet offenbar beide Koalitionspartner Wählersympathien: In der wöchentlichen Umfrage von „Stern“ und RTL fiel die Union im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 35 Prozent. Trotz der guten Umfragewerte für Kanzlerin Angela Merkel kommt die Union damit nicht über ihr Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl 2005 hinaus. Die Sozialdemokraten verharren mit 23 Prozent weiter im Tief.

Von der Schwäche der großen profitieren die kleinen Parteien: Die Linke stieg um einen Punkt auf 14 Prozent, die FDP kam erneut auf zwölf Prozent, die Grünen wieder auf elf Prozent. Alle drei Oppositionsparteien erreichten damit auf Jahreshöchstwerte. Für die sonstige Parteien würden fünf Prozent der Wähler stimmen. Damit liegen Union und FDP zusammen bei 47 Prozent, während SPD, Grüne und Linke auf 48 Prozent kommen.

Nach den Politiker gefragt, sieht es für SPD-Chef Beck weiter düster aus. Als Kanzlerkandidat der SPD käme Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der Bevölkerung laut einer Umfrage deutlich besser an. Knapp die Hälfte der Bundesbürger (49 Prozent) würde es begrüßen, wenn Beck dem Außenminister die Kanzlerkandidatur überließe. Nur 20 Prozent erklärten demnach, Beck solle selber antreten. Noch deutlicher fällt das Votum der SPD-Anhänger aus: Der Umfrage zufolge wünschen 59 Prozent von ihnen, dass Beck verzichtet.

Im direkten Vergleich mit Merkel schneidet Steinmeier mehr als doppelt so gut ab wie Beck. Doch auch er unterliegt im Duell mit der Bundeskanzlerin: Gefragt, wen sie direkt zum Kanzler wählen würden, entschieden sich der 53 Prozent der Befragten für Merkel und 27 Prozent für Steinmeier. Im Fall einer Kandidatur von Beck würden sich 57 Prozent für die amtierende Regierungschefin entscheiden und lediglich 13 Prozent für den SPD-Chef.

Für die Erhebung zu möglichen Kanzlerkandidaten befragte das Forsa-Institut 1002 Bundesbürger, für die Wahlprognose waren es 2502 Befragte.

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