Union will Merkel wird Kanzlerin
Köhler appelliert an Parteien-Verantwortung

Eine Woche nach der Bundestagswahl kommt die Regierungsbildung nur im Schneckentempo voran. "Es geht nicht um mich, es geht um uns", gab Schröder als weitere SPD-Marschroute aus. Die Union hingegen beharrt auf Merkel als Kanzlerin und will im Zweifelsfall auch ein Scheitern der Verhandlungen in Kauf nehmen.

HB BERLIN. Die SPD plädiert für ein Bündnis mit der Union nur "auf gleicher Augenhöhe". Anders als bei früheren Koalitionen stünden sich diesmal zwei annähernd "gleich starke Partner" gegenüber, betonte Parteirats-Vorsitzender Rüdiger Fikentscher nach Beratungen der SPD-Gremien am Montag in Berlin.

Bundespräsident Horst Köhler äußerte Verständnis für die Probleme bei der Regierungsbildung. "Ich glaube, dass man von den Parteien nicht erwarten kann, dass sie binnen einer Woche einen so komplizierten Wahlausgang lösen", sagte er in Jena. Er sei jedoch optimistisch, dass die Parteien ihrer Verantwortung gerecht werden.

Die SPD habe "überhaupt keinen Anlass", vom Führungsanspruch Gerhard Schröders abzuweichen, sagte Fikentscher. "Wir gehen mit dem Ziel, mit dem Kanzler Gerhard Schröder regieren zu wollen, in die Sondierungsgespräche. Das war so, das ist so", sagte SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter. Schröder wiederholte laut Teilnehmern seine Aussage, bei dem Streit um die Kanzlerschaft "geht es nicht um mich, sondern um unsere Politik".

Schröder habe in den Führungsgremien klar gemacht, dass er eine "stabile, auf vier Jahre angelegte Koalition" wolle. Die SPD wolle ihre Reformen fortsetzen, dem Sozialstaat eine Perspektive geben und die ökologische Erneuerung vorantreiben. Deshalb müssten die Inhalte in den Koalitionsgesprächen zuvor gründlich "ausverhandelt" werden.

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