Unions-Fraktion
Ostdeutsche bei Postenverteilung im Nachteil

Unter den Ostdeutschen in der Unions-Fraktion gärt es: Wurde bereits bei der Verteilung der Ministerposten kein Politiker aus den neuen Ländern berücksichtigt, werden nun mit Arnold Vaatz und Michael Kretschmer nur zwei ostdeutsche Abgeordnete stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Mehrere Christdemokraten äußern sich enttäuscht über die Planungen.
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BERLIN. In der künftig auf neun Politiker erweiterten Gruppe der Vizechefs der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag werden weiterhin nur zwei Abgeordnete aus dem Osten Deutschlands vertreten sein. Dabei soll es sich nach Informationen des Handelsblatts um Michael Kretschmer und Arnold Vaatz (beide CDU) handeln.

Kretschmer, der Generalsekretär der sächsischen CDU ist, soll als Vizefraktionschef den Bereich Bildung und Forschung übernehmen. Dafür war bisher Katherina Reiche zuständig, die als Staatssekretärin ins Umweltministerium geht. Vaatz, der an der Fraktionsspitze bereits für den Aufbau Ost zuständig ist, soll sich künftig zudem um Verkehrspolitik kümmern. Auf diese Personalien haben sich vergangene Woche die "Teppichhändler" geeinigt, die Runde der Unions-Landesgruppenchefs. Am 12. November soll die Unions-Fraktion die Personalien bestätigen.

Mit Kretschmer und Vaatz wären erneut nur zwei Abgeordnete aus den neuen Ländern stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Bereits nach der Verteilung der Ministerposten hatte es Protest wegen der fehlenden Berücksichtigung der neuen Länder gegeben. Als bei der Kanzlerwahl neun Stimmen aus der schwarz-gelben Koalition fehlten, fiel der Verdacht auf ostdeutsche Abgeordnete.

Mehrere CDU-Abgeordnete aus den neuen Ländern äußerten sich enttäuscht über die Planungen für die Fraktionsspitze. Mit 45 CDU-Abgeordneten stellten die neuen Länder genauso viele Parlamentarier wie die gesamte CSU-Landesgruppe oder die NRW-CDU, hieß es. Überdies habe die CDU im Osten bei der Bundestagswahl zugelegt und überdurchschnittlich zum Sieg beigetragen.

Interessant dürfte sich das Verhältnis von Aufbau-Ost-Mann Vaatz und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestalten. Der Bayer hat in der "Wirtschaftswoche" bereits ein "Aufholprogramm West" angekündigt. Die Zuständigkeit für den Aufbau Ost, die in der Großen Koalition zum Verkehrsministerium gehörte, hatte die CSU bereitwillig an das Innenministerium abgegeben.

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  • ich bin davon überzeugt,würden wir einen ( eine ) kanzler direkt wählen.hätten wir heute einen ( eine ) aus bayern .

  • Ja und die Dame ist die einizge Pfarrerstochter die im Osten studieren durfte. Und die kam nochdazu aus dem Westen.

    Übrigens, es gilt eben nach wie vor besatzungsrecht.

  • Die Ostdeutschen in der CDU sind doch bestens "bedient". Der Posten der bundeskanzlerin mit einer Ostdeutschen besetzt (und da zum 2.Mal!), zählt glatt für 10 Minister. Oder ist Euch ein bayer im Kanzleramt lieber?

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