Unions-Fraktionsvize will Kindesmissbrauch als Verbrechen ahnden lassen
Bosbach fordert Führerschein-Entzug für Triebtäter

Der stellvertretende Chef der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach, fordert einem Zeitungsbericht zufolge, Kindesmissbrauch als Verbrechen einzustufen und Triebtätern den Führerschein zu entziehen.

HB BERLIN. Der sexuelle Missbrauch von Kindern müsse grundsätzlich als Verbrechen und nicht wie bisher als Vergehen geahndet werden, sagte Bosbach laut Vorabbericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). Dafür gebe es mindestens ein Jahr Freiheitsentzug. Zudem wäre dann auch schon der Versuch strafbar, Kinder sexuell zu missbrauchen, sagte Bosbach. Auch die Sicherheitsverwahrung müsse konsequenter angewendet werden. Verurteilte Täter dürften nicht erneut zur Gefahr für potenzielle Opfer oder zu einem unkalkulierbaren Risiko werden.

Darüber hinaus solle Triebtätern als Nebenstrafe der Führerschein entzogen werden, da das Auto bei zahlreichen Kinderschändungen eine wichtige Rolle spiele. Die Opfer würden in den Wagen gelockt, in den Wald oder eine menschenleere Gegend gefahren und dort missbraucht. Insofern sei das Auto eine Art Tatwerkzeug, das dem Täter entzogen werden müsse. Dafür sei allerdings eine Gesetzesänderung notwendig. Eine unionsgeführte Bundesregierung werde das entsprechend regeln, sagte Bosbach der Zeitung zufolge.

Weitergehende Maßnahmen, wie eine Veröffentlichung von Triebtätern im Internet lehnte Bosbach jedoch strikt ab. Dies sei eine moderne Form des Prangers und gefährde die Resozialisierung. Auch die Pflicht zum Tragen von Ortungsgeräten oder Auflagen für die Lage der Wohnung seien nicht hilfreich. Wenn Rückfallgefahr bestehe, gehörten die Täter in Sicherheitsverwahrung.

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