„Unkontrollierbar“
Merkel und EU schüren Angst vor neuer Bankenkrise

Dass Staatsschuldenkrisen kombiniert mit Schwächen im Bankenbereich ein gefährliches Gemisch sind, haben Europas Top-Krisenmanager erkannt – und warnen jetzt eindringlich vor falschen Weichenstellungen.
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BerlinNach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hat auch die Brüsseler EU-Kommission vor einer neuen Bankenkrise in Europa gewarnt. Der zuständige EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte der Zeitung „Die Welt“: „Die derzeitige Krise ist eine ernsthafte Kombination aus einer Staatsschuldenkrise und Schwächen im Bankenbereich. Wir können das eine nicht ohne das andere lösen - wir müssen beides lösen.“ Nötig sei „eine stärkere Rekapitalisierung der Banken, um das Risiko einer Kreditklemme zu reduzieren und damit eine weitere Eintrübung der Konjunktur, wie sich gerade in Europa und in den USA zeigt, zu verhindern“.

Der Brüsseler Währungskommissar kündigte an, dass sich die EU-Finanzminister bei ihrem nächsten Treffen in Luxemburg in einer Woche mit einem gemeinsamen europäischen Plan zur besseren Kapitalausstattung der Banken beschäftigen werden.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich besorgt über die Lage der Banken. In der Debatte um eine Insolvenz Griechenlands warnte sie daher vor den unkontrollierbaren Folgen einer stärkeren Beteiligung der Institute. Es sei sicher notwendig, mit dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM einen Mechanismus zu schaffen, mit dem man auch Insolvenzen von Staaten in der Euro-Zone bewältigen könne - nur dürfe man nicht vorher die Spielregeln ändern. „Was wir nicht machen dürfen, ist mitten auf dem Weg das Vertrauen aller Anleger zu zerstören“, sagte Merkel in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ am Sonntagabend. Sonst würden Investoren denken, dass die Europäer nach einem Schuldenschnitt für Griechenland diesen auch in Spanien, Belgien oder einem anderen Land vornehmen könnten. „Dann legt kein Mensch mehr sein Geld irgendwo in Europa an“, warnte die CDU-Politikerin.

Ökonomen stehe es frei, andere Vorschläge zu machen, die sie auch prüfe. Aber ihre Verantwortung als Kanzlerin sei trotz aller Ratschläge, so vorzugehen, „dass der Schaden am Ende nicht größer ist als vorher“. Ausdrücklich verwies Merkel auf die Folgewirkungen der Lehman-Brothers-Pleite in den USA. Deshalb müsse sie selbst eine Politik verfolgen, die nur Schritt für Schritt vorgehen könne.

Rehn forderte das hoch verschuldete Griechenland auf, die getroffenen Vereinbarungen umzusetzen, um die nächste Milliarden-Tranche von den Europäern und dem IWF zu erhalten. Zugleich warnte er vor einer Insolvenz des Landes: „Eine ungeordnete Insolvenz würde in Griechenland einen schmerzhaften wirtschaftlichen und sozialen Schaden anrichten.“ Ein solcher Schritt würde aber auch gravierende politische und wirtschaftliche Folgen für Europa haben. „Eine Ansteckung würde schwer einzudämmen sein. Deutschlands Reichtum stützt sich auf einem stabilen Euro und auf stabile Partner.“

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  • @ kleingut:

    Daran werden die Politiker sich auf keinen Fall die Finger verbrennen. Sonst müssten sie zugeben, dass die sogenannte "Bankenrettung" ja gar keine war, sondern nur eine riesige Show auf der Weltbühne und neue Jetons für das weltweite Finanz-Casino der Banken. Ich bleibe dabei: Die Euro-Krise ist künstlich inszeniert, von unseren amerikanischen und chinesischen "Freunden" und ihren Helfershelfer IN Europa. Die werden als Gegenleistung mit günstigen Krediten am Leben gehalten. So lange, bis sie ihre Schuldigkeit getan haben. Schöne Grüsse u. a. nach Großbritannien, Polen und in die Slowakei. Fakt ist: Wirtschaftlich gesehen ist GR ein Mückenschiss (Entschuldigung ihr Griechen, ist nur eine Beschreibung, keine Abwertung)und deren Schulden könnte die EWU auf der einen oder anderen Arschbacke abreiten. Dann wäre das Thema Spekulation/Krieg gegen den Euro vom Tisch. So lange die US-Helfershelfer in der EU nicht begreifen, dass sie am Ende auch nackig dastehen, wenn das Ding durch ist, gibt es keine vernünftige Lösung. Da kann in Berlin regieren wer will.

  • ''Dann legt kein Mensch mehr sein Geld irgendwo in Europa
    an''
    Warum auch? Die Kapitalaufstockung und Vollmachtserweit-
    terung des EFSF führen dazu, daß Länder sich nicht mehr
    um Investoren bemühen müssen, um Geld zu bekommen, sondern
    einfach zum EFSF gehen und die Hand aufhalten. Das ist der
    direkte Weg in die Transferunion, gemäß Richard Sulik.
    Um den momentanen Zustand eines rechtsfreien Raums zu
    beenden, sollten endlich die Banken, wie die Lehman Brüder,
    zur Rechenschaft gezogen werden, denn schließlich geht es
    um die Zerstörung von Angelas Lieblingskind dem Euro und
    ihrem Europa, welches ihr schnell den Rücken kehren wird,
    wenn die BRD zahlungsunfähig geworden ist.

  • Siggi, immerhin muß man damit rechnen (Merkel macht es auch), daß die Opposition sich nicht an ihre Zusage zur Zustimmung des Rettungspaketes hält und Merkel mit fehlender Kanzlermehrheit durchfällt. Dann wird es spannend.

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