Unkrautvernichtungsmittel Bundesrat berät über Glyphosat-Beschränkungen

Glyphosat – Ja, Glyphosat – Nein: Es ist ein Für und Wider im Streit um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel. Jetzt berät der Bundesrat über Beschränkungen. Von nationalen Handlungsspielräumen ist die Rede.
Update: 15.12.2017 - 11:44 Uhr Kommentieren
Unkrautvernichtung: Bundesrat berät über Glyphosat-Beschränkungen Quelle: dpa
Christian Schmidt

Schmidt hatte mit seinem Alleingang bei der Glyphosat-Abstimmung in der EU dafür gesorgt, dass die Genehmigung für das Mittel um fünf Jahre verlängert wurde.

(Foto: dpa)

BerlinNach dem umstrittenen deutschen Ja zu einer weiteren EU-Zulassung für den Unkrautvernichter Glyphosat beschäftigt sich auch der Bundesrat mit möglichen Beschränkungen. Die Länderkammer überwies am Freitag Anträge Thüringens und des Saarland in die Ausschüsse, die unter anderem ein Verbot für Grünanlagen, öffentliche Verkehrsflächen und Einrichtungen wie Kitas fordern. Die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, es gebe nationale Handlungsspielräume, die genutzt werden sollten. Auch im Bundestag und der geschäftsführenden Bundesregierung wird hierüber diskutiert.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will einem Zeitungsbericht zufolge zumindest für ein Teilverbot des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat sorgen. „Im Rahmen der nationalen Umsetzung strebe ich nun Beschränkungen beziehungsweise ein Verbot der Glyphosat-Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich sowie eine Anzeigenpflicht bei der Spätanwendung im Getreide an“, zitierte die „Rheinische Post“ am Freitag aus einem Brief Schmidts an Unionsabgeordnete. Zudem müsse nun intensiv nach Alternativen zu Glyphosat geforscht werden.

Schmidt hatte mit seinem Alleingang bei der Glyphosat-Abstimmung in der EU dafür gesorgt, dass die Genehmigung für das Mittel um fünf Jahre verlängert wurde. Er hatte das gegen den Wunsch seiner Kollegin aus dem Umweltressort, Barbara Hendricks (SPD), getan, die für ein Verbot des Mittel eintritt. Wegen seines Abstimmungsverhaltens war Schmidt auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerügt worden.

Das weit verbreitete Unkrautvernichtungsmittel steht wegen möglicher Gesundheitsrisiken und Schädigungen der Artenvielfalt in der Kritik.

  • rtr
  • dpa
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