"Unsere Wirtschaft steht unter Dampf"
Bushs Chef-Berater kritisiert starres deutsches Tarifrecht

Das Handelsblatt spricht mit Allan Hubbard, Chef-Wirtschaftsberater des US-Präsidenten Bush, über die US-Konjunktur und Reformbedarf in Europa. Hubbard koordiniert als Vorsitzender des National Economic Council die Wirtschaftspolitik der Ministerien. Präsident George W. Bush kennt er seit gemeinsamen Studententagen an der Harvard Business School.

Handelsblatt: Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal um satte 3,8 Prozent gewachsen, die Arbeitslosenrate liegt bei fünf Prozent. Warum sind die Amerikaner nicht zufriedener mit Präsident George W. Bush?

Hubbard: Nach den Meinungsumfragen lassen das Vertrauen in den Präsidenten und die Wertschätzung der Konjunktur tatsächlich zu wünschen übrig. Hier schlagen die hohen Energiekosten und der Irak-Krieg durch. Dennoch sind die Menschen mit ihrer persönlichen wirtschaftlichen Lage eher zufrieden. Sie konsumieren unverändert viel. Und innerhalb des letzten Jahres wurden immerhin mehr als zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mit welchen Themen will Bush seine niedrigen Zustimmungsraten wieder umbiegen?

Hubbard: Die nationale Sicherheit mit dem Kampf gegen den Terrorismus und dem Irak-Krieg stehen ganz vorne. An zweiter Stelle kommt die Wirtschaft – und hier vor allem die Verlängerung der Steuersenkungen von 2001 und 2003.

Wie viel Wachstum kostet der Wirbelsturm „Katrina“?

Hubbard: „Katrina“ wird das Wachstum 2005 vermutlich um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte vermindern. Die schädlichen Auswirkungen werden aber Ende 2005 oder Anfang 2006 überwunden sein. Danach schlägt sich der Wiederaufbau im Süden positiv auf die Konjunktur nieder. Unsere Wirtschaft steht derart unter Dampf, dass sie weiter expandiert und neue Jobs schafft. Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosenrate auch in Zukunft langsam sinken wird.

Worauf führen Sie die Robustheit der US-Konjunktur zurück?

Hubbard: In erster Linie auf das Produktivitätswachstum. Zwischen 1973 und 1995 verzeichneten die USA einen Produktivitätszuwachs von durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr. Von 1995 bis 2000 erreichten wir 2,5 Prozent. Und seit der Amtsübernahme von George W. Bush haben wir 3,6 Prozent pro Jahr. Deutschland und Frankreich kommen auf deutlich niedrigere Werte. Deshalb sind wir sicher, dass sich die US-Wirtschaft auf einem nachhaltigen Wachstumspfad befindet.

Um wie viele Prozentpunkte wird die US-Konjunktur 2005 und 2006 zulegen?

Hubbard: Für 2005 rechnen wir mit einem Wert zwischen 3,5 und knapp unter vier Prozent. Für 2006 gehen wir von 3,3 Prozent Wachstum aus.

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