Unternehmen geben jüngeren Bewerbern den Vorzug
Ältere haben meist noch das Nachsehen

Bei den Personalberatern hat sich der demographische Wandel bislang nicht in einer höheren Nachfrage nach älteren Bewerbern niedergeschlagen. „Die Unternehmen neigen stark dazu, dem Jüngeren den Vorzug zu geben“, sagte Wolfgang Lichius, Partner bei der Personalberatung Kienbaum, kürzlich auf dem Personalberatertag des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) in Königswinter.

DÜSSELDORF. Und BDU-Vizepräsident Jochim Staude, ebenfalls als Headhunter tätig, ergänzte: „Die Unternehmensleiter haben sich noch nicht viele Gedanken gemacht, was den demographischen Wandel angeht. Sie denken bei der Einstellung als Führungskräfte an den 35-jährigen, dynamischen Nachwuchsmann.“

Auch Dieter Scheiff, Vorstandsvorsitzender der Zeitarbeitsfirma Dis AG, hat keine besseren Erfahrungen: „Die Unternehmen wissen vom demographischen Wandel, verdrängen das Thema aber völlig.“ Sie wollten vor allem befristete Verträge abschließen und Bewerber zur Projektarbeit einsetzen. Dies laufe aber den Interessen älterer Bewerber zuwider: „Wer als Älterer freiwillig wechselt, der verlangt auch ein gewisses Maß an Sicherheit auf der neuen Stelle.“ Deshalb bekämen die Unternehmen häufig nicht die besten Leute bei ihrer Suche.

Häufig gelobt wird die Lufthansa für ihren Umgang mit älteren Mitarbeitern, die sie „senior professionals“ nennt. 18 Prozent ihrer Beschäftigten sind über 50. Doch das sei „kein gesteuertes Ergebnis“, versichert Monika Rühl, Leiterin Change Management und Diversity bei der Fluggesellschaft. Es habe sich eher als Nebenwirkung ergeben, als das Prinzip des lebenslangen Lernens „massiv durchs Unternehmen getrieben wurde“ – mit dem Ergebnis, dass Qualifikation sichtlich keine Frage des Alters sei. Allerdings sei es notwendig, den Älteren andere Formen der Weiterbildung anzubieten als den Jungen.

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