Unternehmen in der Rezession
Fast 300 000 neue Anträge auf Kurzarbeit

Immer mehr Arbeitnehmer müssen in Kurzarbeit. Im Januar sind die Zahlen erneut deutlich angestiegen. Dabei zeichnet sich inzwischen eine Entwicklung ab, den viele bereits befürchtet haben.

BERLIN. Die Zahl der Kurzarbeiter steigt mit der Rezession weiter kräftig an. Nach neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben Unternehmen im Januar weitere 290 502 Arbeitnehmer für das sogenannte konjunkturelle Kurzarbeitergeld angemeldet. Das sind etwa so viele Neuanträge wie im Dezember, zugleich aber um ein Vielfaches mehr als vor dem Abschwung: Im Januar 2008 waren es lediglich 16 000 Arbeitnehmer.

Dabei zeigt die Statistik nun auch, was sich in jüngster Zeit schon durch zahlreiche Einzelmeldungen aus Unternehmen angedeutet hatte: Stark überproportional betroffen ist die Metall- und Elektroindustrie, zu der unter anderem die Zweige Automobil und Maschinenbau zählen. Auf sie entfallen allein 175 000 oder 60 Prozent der im Januar neu zur Kurzarbeit angemeldeten Arbeitskräfte.

Die konjunkturelle Kurzarbeit ist als Abfederung für Betriebe konzipiert, die ihr Personal wegen starker Auftragsausfälle nicht auslasten können. Das Arbeitsverhältnis besteht dann weiter, allerdings bei stark oder gar auf null reduzierter Arbeitszeit. Für die Ausfallzeiten zahlt dann die BA maximal 18 Monate lang Kurzarbeitergeld anstelle des Arbeitslohns. Mit - je nach Familienstand - 60 oder 67 Prozent des regulären Nettolohns entspricht es dem Arbeitslosengeld. Inwieweit der Boom der Kurzarbeit die BA-Kasse per saldo belastet, ist schwer zu ermitteln, da mindestens ein Teil der Betroffenen andernfalls schon kurzfristig arbeitslos würde.

Mit einem weiteren Anstieg der Anträge auf Kurzarbeit ist in den nächsten Monaten zu rechnen. Zum einen haben weitere große Unternehmen - etwa VW und der Zulieferer Schaeffler - erst in den jüngsten Tagen Kurzarbeit angekündigt. Zum anderen werden mit dem Konjunkturpaket, das Bundestag und Bundesrat in einer Woche verabschieden wollen, einige Kurzarbeiterregelungen rückwirkend zum 1. Februar gelockert.

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