Unternehmen wollen verlässliche Regeln - egal welche
Wirtschaft will bei neuer Rechtschreibung bleiben

Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland beachtet die neuen Regeln der Rechtschreibreform bereits und lehnt eine Rückkehr zur alten Schreibweise ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Handelsblatts (Freitagausgabe) unter den 1 500 größten deutschen Unternehmen.

HB DÜSSELDORF. Die Wirtschaft steht der Reform damit weitaus positiver gegenüber als weite Teile der Bevölkerung: Jüngsten Umfragen zufolge lehnen die meisten Deutschen die Reform ab. Laut Handelsblatt-Umfrage richten sich bereits 70 Prozent der Unternehmen im betrieblichen Alltag nach den neuen Regeln. Acht Prozent der Unternehmen planen, künftig die neuen Schreibweisen zu übernehmen. Dagegen sind 22 Prozent entschlossen, die neue Rechtschreibung nicht einzuführen. 71 Prozent lehnen eine Rücknahme der Reform ab.

Die Unternehmen sind an verlässlichen Regeln interessiert und fürchten den Aufwand, der mit einer "Reform der Reform" verbunden wäre. SAP und Microsoft Deutschland hatten kürzlich gewarnt, selbst wenn nur Teile der Reform zurückgenommen würden, wäre dies mit hohen Kosten verbunden. Nicht nur die Software, auch sämtliche Handbücher, Internetprodukte und Glossare müssten zum Teil per Hand umgestellt werden. Kleinere Hersteller von Lernsoftware befürchten gar, in Existenznot zu kommen.

Klaus Nebel, Sprecher des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf, warnte, es könne nicht "ständig alles wieder in Frage gestellt werden". Ulrich Bockrath, Sprecher des Versicherungskonzerns Axa, sagte, eine Rückkehr zu den alten Regeln würde zu Verunsicherung führen.

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