Unternehmenssteuerreform
Koalition will degressive Abschreibung verbieten

Um die Unternehmenssteuerreform finanzieren zu können, will die große Koalition offenbar die Möglichkeit zur degressiven Abschreibung von Vermögen abschaffen. Der Zwang zur linearen Abschreibung soll der Staatskasse bis zu 2,5 Milliarden Euro pro Jahr einbringen.

HB BERLIN. Wie die „Financial Times Deutschland“ am Freitag berichtet, hat sich darauf die Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Unternehmenssteuerreform verständigt. Die Beamten sollen die Sitzung der politischen Entscheider um Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vorbereiten, die am Montag zusammen kommen.

Die Abschaffung der degressiven Abschreibung zum Jahresbeginn 2008 würde Investitionen unattraktiver machen. Bei der degressiven Abschreibung kann ein Unternehmen, das beispielsweise eine Maschine anschafft, zu Beginn der Nutzungsdauer einen größeren Prozentsatz des Anschaffungspreises als Betriebskosten geltend machen als später. Dadurch sinken Buchgewinn und Steuerlast. Bei der Umstellung auf die lineare Abschreibung wären die Abschreibungssätze in jedem Jahr gleich. Dadurch würde in den ersten Jahren der Gewinn allein auf dem Papier steigen und damit auch die Zahlung ans Finanzamt. Die Experten in der Arbeitsgruppe einigten sich demnach auch darauf, die steuerliche Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abzuschaffen. Im Gegenzug soll aber die Gewerbesteuermesszahl von heute fünf Prozent auf 3,3 Prozent sinken. Das mindert für sich genommen die Steuerlast. Außerdem soll die Verrechnung der Gewerbesteuer mit der Einkommensteuer, von der Personenunternehmer Gebrauch machen können, verbessert werden. Statt des 1,8-fachen Gewerbesteuermessbetrags soll der 3,8-fache Messbetrag von der Einkommensteuerschuld abgezogen werden dürfen. Auch das spart Steuern. Der Messbetrag ergibt sich, wenn man den Gewerbeertrag mit der Messzahl multipliziert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%