Unternehmensteuerreform führt zu Umbesetzungen
Steinbrück stellt Steuerfachmann kalt

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die Zuständigkeiten in seiner Steuerabteilung neu verteilt. Der langjährige Unternehmensteuer-Fachmann, Gert Müller-Gatermann, muss die Leitung der für die Steuerreform zentralen Unterabteilung IV B abgeben. Hintergrund sind nach Informationen aus dem Ministerium tiefe Meinungsverschiedenheiten zwischen Staatssekretär Axel Nawrath und Müller-Gatermann.

BERLIN. Der Steuerfachmann soll die parallele Unterabteilung IV C übernehmen, die mit politisch weniger brisanten Steuern befasst ist. Deren Leiter Karl Wilhelm Christmann wechselt auf Müller-Gatermanns alten Posten.

Christmann wird damit kurz vor der deutschen EU-Ratspräsidentschaft auch zuständig für die Verhandlungen auf EU-Ebene über die geplante Vereinheitlichung der Bemessungsgrundlagen im Unternehmensteuerrecht.

Die Differenzen zwischen Nawrath und Müller-Gatermann hatten sich im Sommer an der Debatte um eine mögliche Zinskostenbesteuerung hochgeschaukelt. Der Steuerfachmann vertrat wie die meisten Steuerberater und Wirtschaftsverbände die Meinung, dass Substanzsteueranteile im Ertragsteuerrecht nichts zu suchen hätten. Außerdem warb er für eine einheitliche Bemessungsgrundlage von Körperschaft- und Gewerbesteuer. Müller-Gatermann hatte viele Jahre – unter den Ministern Theo Waigel (CSU) bis Hans Eichel (SPD) – das Ministerium auf Fachtagungen zur Unternehmensbesteuerung vertreten.

Während der Vorarbeiten zum Unternehmensteuerkonzept der Koalition wurde er zunehmend kalt gestellt. Für die Arbeiten am Gesetzentwurf, hieß es intern, wolle Nawrath einen „absolut loyalen“ Beamten.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
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