Unternehmensteuerreform
Steinbrück bewegt 30 Mrd. Euro

Die Unternehmensteuerreform wird Firmen und Anleger um knapp 30 Mrd. Euro entlasten, von denen der Fiskus allerdings 25 Mrd. Euro über die Gegenfinanzierung wieder herein holen will. Wie das Handelsblatt aus dem Bundesfinanzministerium erfahren hat, hat die große Koalition diesen Rahmen Anfang Juli beschlossen. Er ist um gut zehn Mrd. Euro größer als bisher bekannt.

HB BERLIN. Die einzelnen entlastenden Bestandteile der Reform summieren sich nach ersten groben Rechnungen des Ministeriums auf mindestens 28 Mrd. Euro. Größter Posten ist die geplante Halbierung des Körperschaftsteuersatzes auf 12,5 Prozent. Sie würde zu Einnahmeausfällen von 14,5 Mrd. Euro führen. Die ebenfalls geplante Senkung der Gewerbesteuer würde die Kommunen ohne Gegenfinanzierung 4,5 Mrd. Euro kosten.

Der Mittelstand soll um fünf Mrd. Euro entlastet werden: Demnach hat sich die Union mit ihrem Wunsch durchgesetzt, alle einbehaltenen Gewinne noch mit maximal 30 Prozent zu besteuern. Steinbrück hatte als Alternative eine Investitionsrücklage vorgeschlagen, die den Fiskus 1,5 Mrd. Euro gekostet hätte. Die geplante Abgeltungsteuer führt beim Staat zu Einnahmeausfällen von zwei Mrd. Euro. Weitere zwei Mrd. Euro fehlen, weil sich voraussichtlich zahlreiche Personengesellschaften in eine GmbH umwandeln werden, erwartet Steinbrück.

Nach Steinbrücks zum Teil umstrittenen Vorschlägen stehen auf der Gegenfinanzierungsseite Bestandteile, die sich, ebenfalls erst nach groben Schätzungen, auf knapp 23 Mrd. Euro summieren. Größter Posten ist der Wegfall des Betriebausgabenabzugs für die Gewerbesteuer, der mindestens 11,5 Mrd. Euro einbringen soll. Die umstrittene Zinsbesteuerung würde weitere fünf Mrd. Euro in die Staatskassen spülen.

Je eine Mrd. Euro sollen die Ausweitung der so genannten Reichensteuer auf alle gewerblichen Einkünfte und die Besteuerung von Wertpapiergewinnen bringen. Gut 500 Mill. Euro kommen durch die Abschaffung der Sonderabschreibungen des Paragrafen 7g Einkommensteuergesetz herein. Außerdem kalkuliert Steinbrück mit mindestens 3,5 Mrd. Euro Steuermehreinnahmen, weil mehr Gewinne im Inland bleiben dürften.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%