Unterstützung für Brüderle
Auch Merkel trommelt für deutliches Lohnplus

Gewerkschaften, Arbeitgeber und Opposition hatten Wirtschaftsminister Rainer Brüderle vorgeworfen, er mache es sich mit populären Forderungen nach einem kräftigen Schluck aus der Lohnpulle zu einfach. Doch auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält deutlich höhere Löhne für geboten.
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HB BERLIN. „Das ist natürlich etwas, was Buchstabe für Buchstabe die Bundeskanzlerin ganz genauso sieht“, sagte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Dass es im Aufschwung Spielraum für Lohnerhöhungen gebe, zeigten ja Tarifabschlüsse wie in der Stahlbranche. Seibert unterstrich aber, dass weder Merkel noch Brüderle sich in die Arbeit der Tarifpartner - Arbeitgeber und Gewerkschaften - einmischen wollten. Die Politik halte sich heraus. Deutschland habe von diesem Prinzip jahrzehntelang profitiert.

Gewerkschaften, Arbeitgeber und Opposition hatten Brüderle vorgeworfen, er mache es sich mit populären Forderungen nach einem kräftigen Schluck aus der Lohnpulle zu einfach. „Wenn die Wirtschaft boomt, sind auch kräftige Lohnerhöhungen möglich“, sagte der Minister. Andere Branchen könnten sich am Stahlabschluss orientieren.

In der nordrhein-westfälischen Stahlindustrie hatten sich Arbeitgeber und IG Metall auf 3,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten verständigt. Für Aufsehen sorgte die Zusatzvereinbarung, dass künftig nach dem Grundsatz „gleiche Arbeit - gleiches Geld“ Leiharbeiter genauso gut bezahlt werden wie die Stammbelegschaft.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte Brüderle erwidert: „Das Tarifergebnis für die Stahlindustrie kann auf keinen Fall Maßstab für andere Bereiche sein. Darin sind wir uns mit den Gewerkschaften einig.“ DGB-Chef Michael Sommer stellte klar, dass Lohnerhöhungen allein die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern aushandelten. „Die Politik war immer gut beraten, dass sie sich da raushält.“

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  • @clubman
    ins Ausland gehen, in eine schützende Entfernung und dann aus dieser Ferne anfangen mit motzen. Einen Staat mit der bevölkerungsdichte und einer bestehenden volkswirtschaftlichen Größe kann man nicht anders organisieren.Wir haben nunmehr die Möglichkeit, das bestehende Modell der Organisation zu modifizieren. Strategisch bedeutsam ist es, wenn man die breit aufgestellten staatsimmanenten Kräfte für den Ausblick einer organisatorischen Modifikation vorübergehend bündelt. Hiermit sollen dem weiteren Verlauf der Organisation klar umrissene Konturen verliehen werden. Nur dafür bedarf es einer gewissen Staatsgläubigkeit, zu der auch der Wille zur Steuer ( i.S.v. Steuerungsfähigkeit) gehört. ich glaube gern an mein Volk. Und ich glaube, dass mein Volk sehr genau weiß, wann es Sinn macht, sich zusammen zu tun für einen Weg, der das Zusammenleben vereinfacht.

    Zudem glaube ich auch clubman,dass Sie sich mit ihrer anti- Staatsgläubigkeit in Deutschland gegenwärtig ziemlich viele Feinde machen. Wissen Sie was clubman, bleiben Sie einfach da, wo Sie sind. Wir bekommen unsere Organisation, wie Sie im internationalen Vergleich sehr gut beobachten können, auch ganz gut alleine hin. Wenn auch immer wieder mit Zähneknirschen.

    Mir könnten Sie nun auch gestohlen bleiben, Sie clubman.



    bis bald...

  • @Andreas
    ihr staatsgläubiger beitrag ist eine der Ursachen für das bürokratische Monster das sich in D seit Jahrzehnten breit gemacht hat. Mir geht es finanziell wesentlich besser, seit ich Deutschland verlassen habe und jetzt für mein eigenes Konto arbeite und nicht für den Unterhalt von ueberzogenen beamtenpensionen. Für beamte mag D ein Paradies sein. Für Arbeitnehmer u. Unternehmer ist es die Steuer- und Abgabenwüste.

  • War ja zu erwarten, anhand der beibehaltung an der kalten Progression profitiert der bürokraten - Staat Deutschland tüchtig mit. besser wäre die kalte Progression durch jährliche Anpassungen der bemessungsgrundlage für die Steuersätze nach oben anzupassen. So etwas geschieht in anderen Ländern in der Regel jährlich. Ja der teure Verwaltungsstaat nebst Pensionsansprüchen in D will erhalten werden.

    Ein hohes Lohnplus dient somit hauptsächlich dem Staat und der Förderung der inflation. Der Arbeitnehmer wird dadurch nichts gewinnen. Der Standort D wird geschwächt.

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