Unterstützung für Claudia Roth
Drohendes Führungschaos schreckt Spitzen-Grüne auf

Nach ihrer Niederlage bei der Urwahl der Grünen könnte Parteichefin Roth den Rückzug antreten. Damit droht der Partei ein Führungschaos. Führende Grüne wollen das verhindern – mit einem Appell zum Weitermachen an Roth.
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BerlinDie Grünen könnten nach dem klaren Votum für ihr Spitzenduo vor einer neuen Führungsdebatte stehen. Grünen-Chefin Claudia Roth erwägt nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Urwahl der Spitzenkandidaten offenbar, ihre erneute Kandidatur für den Parteivorsitz beim Parteitag am Wochenende zurückzuziehen. Zahlreiche Parteifreunde forderten sie umgehend zum Weitermachen auf. Roth kündigte am Sonntag überraschend eine Erklärung für Montagmorgen an. Sie werde sich noch vor der Sitzung des Bundesvorstands äußern, hieß es in einer Mitteilung. Details wurden nicht genannt.

Zahlreiche Spitzen-Grüne drängten Roth zum Weitermachen. „Claudia steht für eine starke Partei, grüne Vielfalt und lebendige Debatten. Das werden wir ihr diese Woche mit einem tollen Ergebnis danken“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, Handelsblatt Online mit Blick auf den Grünen-Bundesparteitag am Samstag in Hannover. Beck lobte Roth dafür, dass sie den Grünen ein Gesicht gegeben habe, wie kaum eine andere zuvor. „Sie vertritt Grüne glaubwürdig auf dem CSD wie im Fußballstadion, bei Kulturschaffenden wie auf der Anti-Nazi-Demos“, unterstrich er.

Die Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, bei der Roth nur 26,2 Prozent bekommen hatte, sei eine Entscheidung über die gewünschte Zusammensetzung des Führungsduos und keine Bewertung ihrer Arbeit als Vorsitzende gewesen, sagte Beck weiter. „Als Vorsitzende genießt sie für ihren zusammenführenden Stil Hochachtung in allen Teilen der Partei.“

Auch der Oberbürgermeister von Tübingen und Mitglied im Parteirat, dem höchsten Führungsgremium der Grünen, Boris Palmer, appellierte an Roth, als Vorsitzende weiterzumachen.  „Ich hoffe sehr, dass sie wieder kandidiert“, sagte Palmer Handelsblatt Online. „Sie ist eine gute Vorsitzende und wir brauchen sie im Wahlkampf.“

In der Urwahl hatte Grünen-Fraktionschef Trittin 71,9 Prozent der Stimmen erhalten, für Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt stimmten 47,3 Prozent der Parteimitglieder. Dagegen scheiterte Renate Künast mit 38,5 Prozent, Roth erhielt nur 26,2 Prozent. Vor allem das schlechte Abschneiden Roths galt als Überraschung. Wer sie kennt, weiß, dass sie sich von diesem Ergebnis verletzt fühlen dürfte.

Vor zehn Jahren hatte Roth in einer emotionalen Reaktion auf den Parteivorsitz verzichtet, weil der Parteitag in Hannover eine Lockerung der Trennung von Parteiamt und Bundestagsmandat verhinderte. Roth entschied sich damals für ihr Mandat. 2004 wurde sie wieder Parteichefin.

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  • Nazis wird es immer geben.

    Denn Nazi ist man, wenn

    - man eine schwarz-rot-goldene Handy-Socke hat
    - mit dem Fahrrad rechts abbiegt und den Arm raushält
    - am Erfolg von Multikulti zweifelt
    - am CO2 Klimawandel zweifelt
    - am Endziel der totalen Eurorettung zweifelt
    - an die Selbstauflösung Deutschlands glaubt
    - in seinem Haus braune Steckdosen aus den 70er-Jahren hat
    - einen Hund hat, der beim Pinkeln stets das rechte Bein hebt
    und wenn man nicht linksextrem ist.

    KEIN Nazi ist man, wenn man

    - Obama für den Messias hält
    - ein Europa der Gängelung, Bevormundung, Überwachung und Entmündigung, unter Abschaffung der freiheitlichen Grundrechte errichten möchte
    - Angst vor der Atomkraft hat
    - auch den linken Arm beim Rechts Abbiegen mit dem Fahrrad benutzt
    - Linksträger ist (als Männin selbstverständlich)
    - und Radikalfeminismus und Genderwahn verherrlicht.

    (Übrigens, an alle politisch korrekten Hundebesitzer:
    Wenn der Wuffi das linke Bein hebt, gibt es ein Leckerli, beim rechten Bein einen Tritt.)

    Ist doch ganz einfach ;-)

  • Sie vertritt Grüne glaubwürdig auf dem CSD wie im Fußballstadion, bei Kulturschaffenden wie auf der Anti-Nazi-Demos“,
    -------------------
    und bei sonstigen Unsinns-Demos.
    Und wenn mal keine Nazis mehr das sind, dann können wir gewiss sein, dass Claudia Roth ganz schnell welche aus dem Hut zaubert.
    Also laßt sie doch wieder an die Macht, sie ist wenigstens berechebar im Gegensatz zu vielen andren

  • Claudia Roth zeigt uns mal wieder die angeborene Unfähigkeit des totalen Realitätsverlustes. Obwohl sie nur 25 Prozent Zustimmung bekommen hat, begründet sie heute morgen ihr Weitermachen mit den vielen positiven Stimmen aus der Basis. Der geborene Widerspruch, fast besser als ein Interview des Bayerischen SPD Spitzenkanditaten zum Ministerpräsident, der erklärt hat das seine Frau und er sich entschieden haben, dass er nun der Spitzenkanditat ist. Es lebe die Demokratie in einem Parteienstaat. Wer möchte da noch was gegen China sagen.

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