Unterstützung für Frankreich
Bald mehr Bundeswehr-Soldaten in Mali?

Das Geiseldrama mit 21 Toten in Mali wirft die Frage auf, ob die Bundeswehr Frankreichs Militär künftig stärker unterstützen soll. Die SPD spricht sich dafür aus, auch die Grünen sind nicht abgeneigt. Die Linke ist skeptisch.

BamakoDie Geiselnahme in einem Hotel mit 21 Toten in Mali heizt die Debatte über das künftige Bundeswehr-Engagement in dem westafrikanischen Krisenstaat weiter an. Die Bundesregierung zeigte sich am Wochenende bereit, die französischen Streitkräfte bei ihrem globalen Anti-Terror-Kampf stärker als bislang in Mali zu unterstützen. Nach dem Anschlag mutmaßlich islamistischer Terroristen auf das Luxushotel Radisson Blu in der Hauptstadt Bamako wurde ein zehntägiger Ausnahmezustand über das ganze Land verhängt. Die Fahndung nach möglichen Komplizen der Attentäter läuft weiter.

Wenn Frankreich Entlastung in Mali wolle, „dann werden wir sie natürlich auch dabei unterstützen“, sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) der ARD am Samstag mit Blick auf den internationalen Militäreinsatz in Mali, an dem gut 200 deutsche Soldaten beteiligt sind. Er erwarte, dass die französische Regierung ihre Anforderungen in den nächsten Tagen konkretisieren werde.

In Berlin wird erwogen, den Bundeswehr-Einsatz auf den unruhigen Norden Malis auszuweiten. Der Obmann der Linksfraktion im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages positionierte sich skeptisch dazu: „Wir sind dagegen, dass die Bundesregierung Hunderte Soldaten zu einem Kampfeinsatz in den Norden Malis schickt“, sagte Stefan Liebich der „Berliner Zeitung“. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte dem Fernsehsender Phoenix, er befürworte einen Militäreinsatz gegen Islamisten und eine Bundeswehrbeteiligung in Mali unter bestimmten Bedingungen.

Nach den Terroranschlägen von Paris hatte Frankreich am Dienstag als erstes EU-Land überhaupt offiziell um militärischen Beistand der übrigen Mitgliedstaaten gebeten. Im Gespräch ist unter anderem eine Entlastung der früheren Kolonialmacht in Mali, damit Paris seine Kapazitäten im Kampf gegen islamistischen Terror neu verteilen kann.

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Frankreich vermutet Al-Kaida hinter dem Terroranschlag

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