Unterstützung für Innovationen
Forschung senkt fast überall die Steuerschuld

Europaweit werden Unternehmen für ihre Forschung steuerlich entlastet. Ob Freibetrag, Lohnsteuerabschlag oder sogar Steuerfreiheit - innovative Unternehmen genießen besondere Privilegien. Deutsche Unternehmen warten bisher vergeblich auf staatliche Unterstützung.

BERLIN. Im Ausland ist die spezielle steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) mittlerweile fast der Normalfall: Von den 27 EU-Ländern plus den USA nutzten zuletzt 20 Nationen dieses Instrument. Vor allem Großbritannien hat die Förderung massiv ausgebaut. Abstinent sind bislang neben Deutschland nur Estland, Lettland, Litauen, sowie Rumänien, Schweden, die Slowakei und Zypern. Das geht aus dem Gutachten einer Arbeitsgruppe um den Mannheimer Steuerexperten Christoph Spengel für die Forschungsunion bei Forschungsministerin Annette Schavan hervor (siehe Artikel links).

Fasst man die steuerliche Förderung und die direkte Förderung des Staates für bestimmte Forschungsprojekte zusammen, ergeben sich für Länder wie Österreich, Großbritannien oder Kanada immense Förderanteile: Dort übernimmt der Staat über diese beiden Schienen insgesamt mehr als 15 Prozent der FuE-Ausgaben. Das stellte schon 2007 der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit fest. In Deutschland hingegen sind es nach Jahren des Rückgangs der direkten Förderung nur noch knapp fünf Prozent (siehe Grafik). Auch Länder wie Norwegen, Frankreich, Niederlande und die USA hingegen kommen zusammengenommen noch auf Förderwerte zwischen zehn und 15 Prozent.

Dabei arbeiten die Länder mit den unterschiedlichsten Anrechnungsmethoden, die oft auch kombiniert eingesetzt werden. Der beliebteste Förderweg funktioniert über die Steuerbemessungsgrundlage. Dabei können Unternehmen ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) im Durchschnitt zu 150 Prozent als Betriebsausgaben geltend machen. Die Spanne dabei ist groß: Sie reicht von 120 Prozent in Slowenien bis zu satten 200 Prozent in Tschechien und Ungarn. Eine zweite Möglichkeit sind Investitionsfreibeträge. Daneben kennen sieben Länder besondere Abschreibungsmöglichkeiten für FuE-Investitionen.

Alternativ werden Steuergutschriften eingesetzt. Diese betragen im Schnitt rund 13 Prozent des FuE-Aufwandes, haben die Steuerexperten um Spengel ausgerechnet.

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