Unterstützung für PDS und WASG
Linksbündnis wirbt mit Tatort-Kommissar

Das angestrebte Linksbündnis sucht sich prominente Schützenhilfe. So soll der Tatort-Kommissar Peter Sodann bei der geplanten Bundestagswahl als Spitzenkandidat für die PDS in Sachsen antreten. Oskar Lafontaine erneuerte indes seine Kampfansage an Kanzler Schröder und verteidigte sich gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit.

HB BERLIN. Der von ihm verwendete Begriff "Fremdarbeiter" sei auch auf der Internet-Seite der SPD zu lesen gewesen, sagte Lafontaine am Montag bei einer Pressekonferenz mit PDS-Chef Lothar Bisky in Berlin. "Dann muss man schon gleiche Maßstäbe anlegen", sagte Lafontaine. Bisky sagte: "Ich selber verwende den Begriff nicht." Es sei aber infam, Lafontaine Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen.

Bisky und der WASG - Spitzenkandidat Oskar Lafontaine wollten bei ihrem gemeinsamen Auftritt über den Stand des gemeinsamen Linksbündnisses informieren. Während des Bundesparteitags in Kassel hatte die linke Wahlalternative gestern mit großer Mehrheit dafür gestimmt, gemeinsam mit der PDS zu der geplanten Bundestagswahl anzutreten.

Ein Ziel des Linksbündnisses ist laut Lafontaine der Kampf gegen die Reform-Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Das sei eine Politik des Sozialabbaus und "nichts anderes als eine Umverteilung von unten nach oben", sagte Lafontaine. Das Linksbündnis aus PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) wolle im Bundestag Arbeitnehmer, Arbeitslose und Rentner vertreten. Das seien Millionen von Wählern.

Das neue Linksbündnis verlangt den PDS-Mitgliedern laut Bisky großen Mut ab. Bisky sagte, er wisse um die Kritik in seiner Partei an dem Zusammenschluss mit der WASG. Aber: "Fakt ist, noch nie hat eine Partei in Deutschland noch vor ihrer Entstehung so viel Hoffnung auf sich vereint." "Tatort-"Schauspieler Peter Sodann, der laut Bisky PDS-Spitzenkandidat in Sachsen werden soll, erklärte, vielleicht habe er mit seinem Wechsel zur PDS Freunde verloren. "Aber dann waren es keine. Vielleicht finde ich dann neue ... Muss ich noch etwas sagen?"

Das Vorstandsmitglied der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), Klaus Ernst, äußerte sich zuversichtlich, dass die Parteimitglieder auch in der Urabstimmung dem Linksbündnis mit der PDS zustimmen werden. "Ich glaube, dass unsere Mitgliedschaft diesen Weg mitgehen wird", sagte Ernst im Deutschlandfunk. Das Linksbündnis wolle um die Bürger werben, die sich vom politischen System nicht mehr vertreten fühlten und nicht mehr wählen gingen. Dies könnten durchaus auch frühere Unionswähler sein, die sich von der Politik des Sozialabbaus nicht mehr angesprochen fühlten.

Ab Mittwoch sollen die Parteimitglieder in einer Urabstimmung darüber entscheiden, ob WASG-Kandidaten auf den Listen der PDS kandidieren dürfen. Die Spitze des neuen Linksbündnisses wollen der frühere SPD-Chef Oskar Lafontaine und der PDS-Politiker Gregor Gysi bilden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%