Unterstützung von der EU erwartet
Hilfe für dürregeschädigte Landwirte zugesagt

Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) hat den dürregeschädigten Bauern finanzielle Hilfe des Bundes zugesichert. Die Bundesregierung sei bereit, sich mit 50 % an einem Hilfsprogramm der Länder zu beteiligen, sagte Künast am Donnerstag in Berlin.

Reuters BERLIN. Den Umfang des Programms könne sie noch nicht beziffern, sagte sie nach einem Treffen mit Vertretern der Länder im Landwirtschaftsministerium. Dazu müsse erst festgestellt werden, wie viele Betriebe betroffen seien. Künast zeigte sich sicher, dass die Europäische Union Prämienzahlungen vorziehen wird, um die Bauern zusätzlich zu unterstützen. Die Ministerin sagte, von der Dürre seien vor allem die neuen Länder sowie Baden-Württemberg und Bayern betroffen. Nach Angaben des Bauernverbandes belaufen sich die Schäden auf Grund der extremen Hitze der letzten Wochen auf über eine Milliarde Euro.

Künast sagte, in den Genuss des geplanten Programms könnten Betriebe kommen, deren Gesamtergebnis um mindestens 20 bis 30 % zurückgegangen sei. Diese Betriebe könnten bis zu einem Drittel der Ausfälle ersetzt bekommen. Das Programm könne aber frühestens in einigen Wochen anlaufen. Künast sagte, vor allem Brandenburg sei mit Ausfällen von 36 % von der Dürre betroffen, gefolgt von Sachsen mit 29 und Bayern mit 25 %.

Künast zeigte sich zuversichtlich, dass die EU Prämienzahlungen vorziehen wird: „Ich gehe davon aus, dass ein Vorziehen positiv aufgenommen und umgesetzt wird.“ Künast bezifferte das Volumen der ohnehin zur Verfügung stehenden EU-Mittel auf rund 1,8 Mrd. €. In Brüssel wollte am Donnerstag der zuständige EU-Ausschuss über die Hilfen beraten. Ein Vertreter der EU-Kommission hatte angekündigt, es werde erwogen, ohnehin geplante Zahlungen an Getreidebauern von November auf Oktober vorzuziehen.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Helmut Born, sagte, die diesjährige werde Ernte 16 % niedriger ausfallen als in durchschnittlichen Jahren. In Brandenburg und Sachsen betrügen die Ausfälle bei der Weizenernte bis zu 80 %. Auch die Roggenernte sei mit Einbußen von bis zu 80 % extrem schlecht. Born verlangte Existenzhilfen für die Bauern in Höhe von 100 bis 150 Mill. €.

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