Untreue-Vorwurf gegen Chef des Steuerzahlerbundes
Zu viel verdienen nur andere

Intransparenz pur: 13 verschiedene Gesetze hätten er und seine Mitarbeiter wälzen müssen, um die Bezüge der deutschen Minister zu ermitteln. Ende Januar, zur Affäre um Nebenverdienste von Politikern, wollte Karl Heinz Däke endlich Klarheit schaffen.

DÜSSELDORF. Denn: „Es ist einfach unglaublich, was sich die Abgeordneten so genehmigen“. Eine Empörung, die auf den Präsidenten des Bundes der Steuerzahler jetzt unangenehm zurückfällt. Für Däke selbst, so scheint es, gelten offenbar andere Regeln.

Sein Gehalt ist nach einer anonymen Anzeige in den Schlagzeilen – und wird für den Verband, der seit Jahrzehnten Sparsamkeit fordert, zum Problem: Jetzt soll die Gemeinnützigkeit neu geprüft werden. 185 279 Euro brutto erhält Däke aus insgesamt drei Quellen – vom Steuerzahlerbund, vom verbandsnahen Karl-Bräuer-Institut und vom Landesverband Nordrhein-Westfalen. Dazu kommen Honorare für Vorträge. Diese unübersichtliche Konstruktion besteht schon seit Jahrzehnten.

Däke wehrt sich. „Ich bin nur den Verbandsmitgliedern verantwortlich, nicht Herrn Beck oder sonst jemandem“, sagt Däke. Er meint Volker Beck, den grünen Fraktionsgeschäftsführer, der Aufklärung gefordert hatte. Das ist ja eigentlich Däkes Aufgabe, allerdings nicht in eigener Sache. „Das klingt jetzt in den Medien wie ein gewaltiger Skandal, ist aber möglicherweise eine gezielte Kampagne. Ich sehe kein Fehlverhalten.“ Und auch keinen Anlass zu Änderungen: Nebeneinkünfte habe er nicht, könne sie also auch nicht offen legen. Außerdem hätten die Gremien des Verbands korrekt entschieden, die Zahlen lägen intern schon immer offen. Anlass für die Verschränkung der Geldgeber sei wahrscheinlich eine Anforderung des Finanzamts aus den Siebzigerjahren gewesen, vermutet Däke.

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