Unzufriedene Konservative
Merkel bekommt es mit neuem CDU-Flügel zu tun

In der CDU formiert sich ein neuer konservativer Flügel, der dem Schlingerkurs von Angela Merkel Paroli bieten will. Im selbsternannten „Berlin Kreis“ sind unter anderem Wolfgang Bosbach und Erika Steinbach vertreten.
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BerlinAbspaltung in der CDU: Die vom Modernisierungskurs von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel enttäuschten Konservativen in der Partei formieren sich. Die Gruppe werde sich am Donnerstag erstmals öffentlich als „Berliner Kreis“ vorstellen, berichtete die „Welt am Sonntag“.

Ihr sollen unter anderem Brandenburgs Ex-Innenminister Jörg Schönbohm, die Chefin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, und der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach angehören. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung vom Samstag wird der Kreis angeführt von Christian Wagner, dem CDU-Fraktionschef im Hessischen Landtag.

Nach dem Bericht der „WamS“ sind auch der mittelstandspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Christian von Stetten, und der sächsische Fraktionsvorsitzende Steffen Flath in dem Kreis dabei. Die Akteure suchten nicht den offenen Konflikt mit der Parteiführung, wie Wagner gegenüber der Zeitung betonte.

„Wir versuchen innerhalb der CDU einen Beitrag zu leisten, dass unsere Wahlergebnisse wieder besser werden.“ Die CDU müsse sich auch um ihre Stammwähler kümmern. Nach Wagners Angaben haben sich die Verfechter eines konservativeren Profils schon seit zweieinhalb Jahren regelmäßig getroffen.

Der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Volker Kauder (CDU), kritisiert die Gründung des neuen Kreises. „Mehr konservativ fordern, reicht nicht“, sagte er der „WamS“. Der Kreis müsse schon konkrete Positionen formulieren, um deutlich zu machen, ob und wo das Profil geschärft werden solle.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Der Kreis müsse schon konkrete Positionen formulieren, um deutlich zu machen, ob und wo das Profil geschärft werden solle, kritisierte Volker Kauder (CDU).

    Gründe für eine Opposition muss man nicht lange suchen. Zum Beispiel die EZB ist schon längst in eine „echte“ unabhängige Institution zu überführen. Alle Schirme zusammen klappen und zuerst die sich selbst regenerierenden Kräfte der Nationen herausfordern. Eigenen Schuldenturm abbauen – es wurde bisher mit keinem einzigen Euro hier angefangen. Steuergerechtigkeit endlich herstellen, also den „Bierbauch“ in der progressiven Steuerkurve „ abspecken“ bzw. linearisieren. Probleme in der Energiewirtschaft auf gesunde Grundlagen prüfen und stellen. usw. man kann ganze Bücher damit füllen.
    Probleme gibt es also mehr als Parteien- ja dann mal in die Hände gespuckt wir steigern das Bruttosozialprodukt…..heißt es in einem Gassenhauer -ist zwar kein CDU Schlager -aber trotzdem -die Melodie klingt irgendwie nach Aufbruch?.

  • @margrit117888
    Abwarten !!!! ...... noch ist die Show nicht zu Ende !

  • „Wir versuchen innerhalb der CDU einen Beitrag zu leisten, dass unsere Wahlergebnisse wieder besser werden.“ Im Ansatz falsch! Sie muessen als Partei eine Ueberzeugung darlegen, aus der ein geschlossenes und zukunftsfaehiges Konzept erwaechst. Und dann muessen sie jahrelang fuer Ihre Ueberzeugung und fuer ihr Konzept eintreten. Ohne auf Stammtisch, Medien, Waehler oder Lobbyisten zu schielen. Vielleicht erlangen Sie so das Vertrauen zurueck, welches Sie fuer lange, lange Zeit verspielt haben.

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