Urheberrecht
„Internet-Exhibitionistin“ stolpert über Raubkopie

Weil der Knaus-Verlag gegen eine Raubkopie des Buchs „Klick mich“ von Julia Schramm vorgegangen ist, steht die Autorin in der Kritik. Denn die Piraten-Politikerin hatte die Verfolgung von Raubkopierern stark kritisiert.
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Großer Wirbel um ein kleines Buch: „Klick mich, Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin“, das frisch veröffentlichte Erstlingswerk von Piraten-Politikerin Julia Schramm, ist zurzeit in aller Munde. Nicht etwa weil es bereits besonders lobende Rezensionen eingeheimst hätte (im Gegenteil). Sondern weil der Münchner Knaus-Verlag gegen eine Raubkopie des Buchs vorgegangen ist, die illegal ins Netz gestellt und verbreitet wurde.

Noch am Montagnachmittag konnte das Buch, in dem „die Geschichte eines Kind des digitalen Zeitalters“ erzählt wird, ganz einfach als pdf-Dokument auf den eigenen PC heruntergeladen werden. Wenig später war unter der angegebenen Adresse statt der erwarteten Datei nur noch der Hinweis „Das PDF wurde auf Antrag von Julia Schramm Autorin der Verlagsgruppe Random House von Dropbox gelöscht.“ zu finden.

Eigentlich ein fast schon alltäglicher Vorgang – setzen sich viele Verlage doch schon seit einiger Zeit verstärkt gegen Raubkopierer zur Wehr. Brisanz aber kommt in die ganze Angelegenheit, weil Julia Schramm eben keine „ganz normale Autorin“ ist. Sondern, wie vom Knaus-Verlag aufgelistet, „Politologin, Publizistin, Provokateurin, Privilegienmuschi, Post-Gender-Feministin und Politikerin“.

Vor allem ist Julia Schramm aber eines: Mitglied im Vorstand der Piratenpartei. Und in deren Parteiprogramm steht folgender Satz: „Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar.“

Seite 1:

„Internet-Exhibitionistin“ stolpert über Raubkopie

Seite 2:

Julia Schramm: „Möchte, dass für meine Bücher bezahlt wird“

Kommentare zu " Urheberrecht: „Internet-Exhibitionistin“ stolpert über Raubkopie"

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  • Dumm gelaufen, wie da jetzt die Scheiße stürmt – trotzdem glaube ich weiterhin an das Kozept der “Liquid Democracy”. Wenn sich nur nicht einzelne Freibeuter_innen allzusehr von den Medien vereinnahmen lassen und/oder profilieren wollen würden…
    misanthrope.blogger.de/stories/2048022/

  • "Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar." (Quelle: Aus dem Parteiprogramm der Piraten)

    Piraten kann man leider auch nicht mehr wählen.

  • Einfach nur doof.

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