Urlaubsliste veröffentlicht
Bundespräsident auf Abruf

Bundespräsident Christian Wulff setzt auf Transparenz - und veröffentlicht eine Liste mit allen Urlauben bei Privatpersonen. Die Kritik wegen des Haus-Kredits nimmt an Schärfe zu.
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Berlin/DüsseldorfBundespräsident Christian Wulff will trotz wachsendem Drucks wegen seines Haus-Kredits im Amt bleiben. „Man muss selber wissen, was man macht, und das muss man verantworten. Und das kann ich“, sagte er am Wochenende dem MDR. Wesentlich sei in seinem Amt, „dass man die Dinge bewertet, beurteilt und dann dazu steht und auch unterscheidet, wo ist etwas real und wo ist etwas mit sehr viel Staub aufwirbeln verbunden.“

Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier hat in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ am Sonntag Bundespräsident Christian Wulff in der Kreditaffäre den Rücken gestärkt. „Wir in der CDU/CSU haben diesen Präsidenten vorgeschlagen und wir stehen auch hinter Christian Wulff. Der Rückhalt schwindet nicht“, sagte der CDU-Politiker. Gleichzeitig forderte er: „Das was im Raume steht, muss geklärt werden.“

Rückendeckung für Wulff kam auch aus der CSU. Generalsekretär Alexander Dobrindt nannte im Bayerischen Rundfunk die Sachlage aufgeklärt. Wer jetzt weiter darauf herumreite, setze sich dem Verdacht aus, eigentlich das Amt des Bundespräsidenten beschädigen zu wollen.

FDP-Parteichef Philipp Rösler stellte sich hinter Wulff. Ein Rücktritt sei „absolut nicht die Forderung der FDP“, sagte er am Sonntag im ARD-Bericht aus Berlin. Der kommissarische FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der Tageszeitung „Die Welt“, er sei „zuversichtlich, dass der Bundespräsident alle Vorwürfe eindeutig und unzweifelhaft ausräumen wird.“

Nach den neuen Vorwürfen rund um das Darlehens-Geschäft kamen allerdings aus Opposition und selbst aus der Regierungskoalition Forderungen nach Wulffs Rücktritt. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles verlangte offensive Aufklärung: „Wenn er das nicht kann, dann allerdings sollte er darüber nachdenken, ob er weiter Vorbild für Deutschland sein kann."

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast warf Wulff vor, sowohl die Bürger als auch den niedersächsischen Landtag weiter im Unklaren zu lassen: „Ich glaube, dass viele Menschen sich veräppelt vorkommen“, sagte sie. „Das ist gegenüber dem Amt des Bundespräsidenten unwürdig.“ Sie verlangte weitere Erklärungen von Wulff: Die Bürger hätten ein Recht zu wissen was war. „Das ist Wulffs Bringschuld“, sagte sie der „Leipziger Volkszeitung“.

In der FDP wächst die Kritik an dem wegen eines Privatkredits unter Druck geratenen Bundespräsidenten Christian Wulff. Der Bundestagsabgeordnete Patrick Kurth zweifelt an der Eignung Wulffs für das höchste Staatsamt und hält „persönliche Konsequenzen“ für denkbar. „Hier stellt sich die Frage, ob Wulff mit den jetzt aufgetauchten Erkenntnissen hätte Bundespräsident werden können“, sagte der Thüringer FDP-Generalsekretär der „Rheinischen Post“.

Scharfe Kritik an Wulff äußerte auch Hildegard Hamm-Brücher, die 1994 für die FDP für das Bundespräsidentenamt kandidiert hat: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Der Bundespräsident müsse kein besserer Mensch als andere sein. „Aber er muss ein Vorbild sein.“

Der FDP-Abgeordnete Lotter kritisierte Wulff im Sender n-tv: „Die Bürger wünschen sich einen Bundespräsidenten, der einen Glaubwürdigkeitskredit hat und nicht einen Hauskredit.“ Er verlangte den Abtritt des Bundespräsidenten.

Doch davon will Wulff nichts wissen. Stattdessen veröffentlichte er eine Liste mit Privaturlauben in den Anwesen befreundeter Unternehmer. Demnach verbrachten Wulff und seine Familie seit seiner Wahl zum niedersächsischen Ministerpräsidenten 2003 bis 2011 insgesamt sechs Mal den Urlaub in den Räumlichkeiten privater Bekannter, teilte die von Wulff beauftragte Bonner Kanzlei Redeker Sellner Dahs am Sonntag mit.

Insgesamt drei Mal verbrachte Wulff demnach einen Privaturlaub in Häusern des Osnabrücker Ehepaars Edith und Egon Geerkens, von denen auch sein umstrittener Privatkredit für den Häuserkauf aus dem Jahr 2008 stammte. In den Jahren 2003 und 2004 sei Wulff Gast „in deren privaten Räumlichkeiten in Spanien“ gewesen, teilte die Kanzlei mit. Zum Jahreswechsel 2009/2010 seien die Wulffs Gast im Haus der Geerkens in den USA gewesen.

Im Jahr 2008 seien die Wulffs als Gäste des Hannoveraner Finanzunternehmers Wolf-Dieter Baumgartl und von dessen Frau Ingrid in Italien gewesen. In den Jahren 2008 und 2009 hätten die Wulffs auf der Insel Norderney Zeit in den privaten Räumlichkeiten des Ehepaars Angela Solaro und Volker Meyer verbracht.

In seiner Amtszeit als Bundespräsident habe Wulff „keine Urlaube in privaten Räumlichkeiten von Freunden verbracht“, teilte die Kanzlei weiter mit. Sie wies auf den bereits bekannten Umstand hin, dass Wulff im Jahr 2010 eine Wohnung in der Ferienanlage des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca gemietet habe.

Wulff hatte die Kanzlei nach deren Angaben beauftragt, „anhand seiner Aufzeichnungen, seiner Kalender und aller sonst zugänglichen Informationen“ die Urlaubseinladungen zu dokumentieren. Es habe mehrere „Anfragen von Medienvertretern“ zu Wulffs Urlauben gegeben.

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  • Es ist selbstverständlich legitim ein Kredit von Privatperson anzunehmen. Was hier betrieben wird ist feinster Rufmord und Gefährdung der inneren Stabilität. Dagegen sollte gegen SPD / Grüne / Kirche / Presse sofort Strafanzeige gestellt werden.

  • Seit wann ist denn der Islam ein Teil von Deutschland? Ist dann auch Deutschland ein Teil des Islam? Der "Bundespräsident", meiner ist er bestimmt nicht, ich distanziere mich deutlich, ist untragbar. Bitte sofort zurücktreten und auf den 200.000 Euro "Ehrensold" verzichten!

  • Danke, Tschüß!

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