Ursula von der Leyen Die Unfassbare

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Dagegen liest sich der Lebenslauf der Albrecht-Tochter deutlich glatter: Nach dem Abitur studierte sie zunächst Volkswirtschaft, dann Medizin. Anschließend arbeitete sie an der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie 1991 promovierte. Nach einem Studium in den USA kehrte sie dorthin zurück. Das alles war möglich, weil – ganz anders als bei Renate Schmidt – das Geld für die Kinderbetreuung ihrer sieben Kinder stets vorhanden war.

Es ist dieses Leben auf der Schönwetterseite, weswegen viele Christdemokraten von der Leyen am Anfang zum Vorwurf gemacht haben: „Was weiß die schon von den Problemen einer normalen Familie.“ Doch das Töchterchen-aus-gutem-Hause-Image, das hat sie inzwischen offenbar überwunden.

Letztlich hat ihr ihr Lebenslauf sogar genutzt – bei ihrem großen politischen Erfolg: Sie hat die Union auf einen familienpolitischen Modernisierungskurs gebracht. Von der Leyen ist im Politikbetrieb eine Quereinsteigerin. Seit 2000 ist sie dabei – ohne die Ochsentour durch den Parteiapparat gemacht zu haben. Entsprechend arglos und geradlinig ging sie an ihre neuen Aufgaben heran, stets charmant, nie aggressiv.

Mit diesem Charme und ihrer mädchenhaften Erscheinung gelang es ihr, manchen der „Machos“ in der eigenen Partei zu besänftigen. Das „Kindchenschema“ funktioniert halt bei den älteren Herren, sagt einer ihrer Bewunderer in der Partei.

Ihrem größten Kritiker beim Elterngeld, Peter Ramsauer, soll sie lächelnd erklärt haben: „Lieber Herr Ramsauer, wir sind doch keine Gegner. Wir gehören doch zur gleichen Partei.“ Seitdem fällt die Kritik an ihr milder aus. Mit Unionsfraktionschef Volker Kauder duzt sie sich seit längerem. Er nennt sie freundschaftlich „Mutter Ursula“. Sie hat kein Problem, darüber zu lachen.

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