Ursula von der Leyen Die Unfassbare

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Als sie jüngst der CDU-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Stefan Mappus, öffentlich heftig anging, soll sie ihn angerufen haben. Warum attackiere er sie denn so massiv, soll sie ihn unverblümt gefragt haben. Und weiter: „Wir kennen uns doch gar nicht.“ Mit Charme vorgetragen, hat ein solches Vorgehen sicher etwas Entwaffnendes.

Doch das allein würde ihr die Widersacher nicht vom Halse schaffen. Ihre größte Verbündete ist Kanzlerin Angela Merkel. Sie hat die Unionsländer in die Schranken gewiesen, als im Frühjahr 2006 das Elterngeld auf der Kippe stand. Als es etwas früher um die Einzelheiten der besseren steuerlichen Absetzbarkeit der Kinderbetreuung ging, standen plötzlich die Unionsfrauen solidarisch an von der Leyens Seite.

Am meisten helfen ihr aber Erfolge in der Politik. Nach zehn Jahren fühlt sich eine große Mehrheit der Wähler erstmals in Sachen Familienpolitik wieder bei der Union am besten aufgehoben. Mit ihrem Kampf für Elterngeld und mehr Kinderkrippen hat von der Leyen die CDU wieder für die weibliche Klientel in den Großstädten wählbar gemacht. Das ist der Hauptgrund, warum ihre Kritiker in den eigenen Reihen immer leiser werden und inzwischen selbst gestandene CSU-Politiker wie der Verbraucherminister Horst Seehofer sie über den grünen Klee loben.

Dabei sorgt die Kanzlerin dafür, dass die traditionelle Wählerschaft nicht zu sehr verprellt wird. Konservative wie Norbert Röttgen (CDU) und Johannes Singhammer (CSU) dürfen weiter die traditionelle Alleinverdiener-Ehe hochhalten. Und Angela Merkel hat es selbst in die Hand genommen, dass bei den Projekten, die eigentlich berufstätigen Müttern helfen sollen, jetzt auch etwas Geld für die Nur-Hausfrauen abfällt.

Sosehr von der Leyen auch der Meinung ist, dass der berufstätigen Mutter die Zukunft gehört, so sehr vermeidet sie es, dies zum Leitstern ihrer Politik zu machen. Stattdessen pocht sie auf das Argument der Wahlfreiheit. Elterngeld und mehr Kinderkrippen müsse es nicht geben, damit alle Mütter arbeiten gehen. Sie sollen aber auch in Deutschland – wie in den Ländern um uns herum – endlich die Möglichkeit dazu haben. Dem kann man nur schwer widersprechen.

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