Urteil noch nicht rechtskräftig
Bewährungsstrafe wegen Abrechnungsbetrugs

Zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren wegen Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe ist ein Herzspezialist am Freitag vom Hildesheimer Landgericht verurteilt worden.

HB HILDESHEIM. Nach Meinung der Richter hat der Arzt aus Hannover die Krankenkassen von 1995 bis 1997 betrogen. Er habe mit Herstellern ausgehandelte Rabatte nicht an sie weitergegeben. Der 56-Jährige ist davon überzeugt, dass er rechtmäßig gehandelt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger haben Revision angekündigt.

Insgesamt wurde der Mediziner wegen einer Schadenshöhe von 2,42 Millionen Euro verurteilt. Der tatsächliche Schaden dürfte jedoch weitaus höher gewesen sein. Nach Angaben seines Verteidigers hat der Arzt insgesamt 7,7 Millionen Mark an die Krankenkassen zurückgezahlt.

Der Mediziner, der nach eigenen Angaben die größte Spezialpraxis für Herzkrankheiten in Niedersachsen leitet, gründete 1995 eine GmbH. Sie sollte medizinisches Material für die Praxis einkaufen, lagern sowie mit den Krankenkassen abrechnen. „Die zum Teil hohen Preisnachlässe der Hersteller wurden dabei nur zum Teil an die Krankenkassen weitergegeben“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Schmidt. Außerdem habe der Mediziner die Kassen betrogen, indem er Leistungen von anderen Ärzten für sich selbst abrechnete.

Die Bezirksregierung Hannover wird dem 56-Jährigen voraussichtlich die Zulassung als Arzt entziehen. „Wir würden es begrüßen, wenn der Angeklagte seinen Beruf irgendwann wieder ungestört ausüben kann“, sagte Richter Schmidt.

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