Urteil
Starker Cannabiskonsum vor der Autofahrt verboten

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Klage eines Autofahrers abgewiesen, der seinen Führerschein nach dem Konsum von Cannabis abgeben musste. Die Fahrtüchtigkeit müsse sicher sein, erklärte das Gericht.
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LeipzigKonsumenten von Cannabis müssen ihren Drogenkonsum so von Autofahrten trennen, dass „eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit nicht eintreten kann“. Andernfalls müssen sie den Führerschein abgeben, urteilte am Donnerstag das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. (Az: 3 C 3.13)

Es wies damit einen Autofahrer aus Baden-Württemberg ab. Bei einer Verkehrskontrolle waren bei ihm 1,3 Nanogramm Tetrahydrocannabinol (THC) je Milligramm Blut gemessen worden. THC ist der psychoaktive Wirkstoff von Cannabis. Das Landratsamt entzog dem Autofahrer den Führerschein.

Wie beim Alkoholgenuss steht auch gelegentlicher Cannabiskonsum der Fahrerlaubnis nicht generell entgegen. Die Fahrerlaubnis-Verordnung fordert aber eine „Trennung dieses Konsums vom Fahren“.

Im Streitfall war der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim von gelegentlichem Cannabiskonsum ohne ausreichende „Trennung vom Fahren“ ausgegangen. Laut einem Sachverständigengutachten sei ab 1,0 Nanogramm THC je Milligramm Blut mit Fahruntüchtigkeit zu rechnen.

Das Bundesverwaltungsgericht folgte dieser Sichtweise. Dabei konnte es aus formalen Gründen die Schwelle von 1,0 Nanogramm THC nicht ausdrücklich bestätigen. Jedenfalls im Streitfall habe aber der Kläger hiergegen „keine revisionsrechtlich erheblichen Rügen erhoben“, befand das Gericht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Urteil: Starker Cannabiskonsum vor der Autofahrt verboten"

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  • Drogengenuss
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    Da werden die Grünlinge wohl aufschreien.
    Sie wollten doch den Genuss von Cannabis, Heroin, Extasy, etc. legalisieren.
    Und jetzt das! Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeglichen Grünlings.

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