Urwahl des Kanzlerkandidaten
SPD befeuert „Sommertheater“ um Gabriel

Gerade erst hat die SPD darüber gestritten, ob sie überhaupt einen Kanzlerkandidaten aufstellt. Jetzt läuft bereits die Debatte, auf welche Art und Weise der Job vergeben werden soll. Manchen Genossen ärgert das.
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BerlinDer Segeltörn von Sigmar Gabriel vor der Insel Usedom steht unter günstigen Vorzeichen: überwiegend blauer Himmel, eine leichte, aber stetige Brise. Dennoch kann der SPD-Chef nicht entspannt am Steuerrad stehen. Denn die Partei diskutiert über die Zukunft ihres Vorsitzenden: Geschickt stellt Juso-Chefin Johanna Uekermann eine Kanzlerkandidatur Gabriels in Frage und löst damit eine Debatte aus.

Das „Auskungeln eines Kandidaten“ wie 2013 dürfe es nicht mehr geben, sagte Uekermann, seit Ende 2013 Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation, der „Welt“. „Die SPD hat mehr als nur einen möglichen Kanzlerkandidaten. Wir haben gute Männer und Frauen“, sagte sie. Die Entscheidung sollten alle Parteimitglieder gemeinsam treffen.

Sie widersprach der Äußerung von Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD), die Partei müsse sich überlegen, ob sie 2017 angesichts der Beliebtheit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) überhaupt einen eigenen Bewerber ins Rennen schicke. Die SPD brauche einen Kanzlerkandidaten, schließlich sei sie „eine große Volkspartei“.

Führende Genossen sehen Uekermanns Vorstoß positiv. „Der Vorschlag ist keineswegs abwegig“, sagte Partei-Vizechef Ralf Stegner dem Handelsblatt. Der SPD-Chef stehe selbst dafür, die Mitglieder in wichtigen Fragen entscheiden zu lassen. „Gabriel hat nach den Bundestagswahlen 2013 sehr beherzt die Position vertreten, die Partei darüber abstimmen zu lassen, ob eine Große Koalition mit CDU und CSU gebildet werden soll oder nicht.“ Eine Urwahl des Kanzlerkandidaten passe somit ins Bild.

Die SPD sei im Übrigen führend in der Beteiligung der Parteimitglieder. Allerdings, so schränkte Stegner ein, sei eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Parteimitglieder im Moment „rein hypothetisch“. „Sehr wahrscheinlich finde ich das nicht“, sagte Stegner. Die Frage nach der Urwahl stelle sich nur dann, wenn mehrere Kandidaten für eine Kanzlerkandidatur bereit stünden.

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Debatte spiegelt die Verunsicherung in der SPD wider

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  • Was hat eigentlich diese Juso-Vorstzende an Lebenserfahrung schon vorzuweisen?
    Bei der SPD sind mittlerweile zu viele Dummschätzer, die noch nie in ihrem Leben wiklich gearb eitet habenund genau das wird der Untergang er SPD sein

  • Herr Teito Klein06.08.2015, 08:42 Uhr

    Sie haben den Herrn Riester nicht mit aufgezählt !
    Die Riester-Renten-Volksverars..ung muss erwähnt werden !!!

    Auf KOSTEN der arbeitenden Menschen werden einige LOBBY-Millionäre ! Unverdient und Zuwider !!!

  • Die SPD und ihr "Kanzlerkandidat"
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    Sie hat bisher nur Luschen ins Rennen geschickt.
    Das fing mit "Bruder Johannes" Rau an, ging über "Rudi Ratlos" Scharping weiter und endete bei "mein Gott Walter" Steinmeier.
    Die Asse sind weggelaufen. Schröder (Agenda 2010, Hartz IV) sitzt jetzt auf Putins Schoss, Lafontaine hat die WASG (Linke) gegründet.
    Aber die SPD hat noch mehr Luschen aufzubieten. Z.B. Nahles, Fahimi oder Schwesig.

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