US-Drohne „Global Hawk“ Riesendrohne über Deutschland

Die Bundeswehr-Drohne „Euro Hawk“ scheiterte, weil die Zulassung für den deutschen Luftraum zu teuer war. Dafür überfliegt jetzt die fast baugleiche US-Schwesterdrohne „Global Hawk“ Deutschland.
Fast identisch mit der Skandal-Drohne „Euro Hawk“ überfliegt die US-Drohne erstmals Deutschland. Quelle: dpa
US-Riesen-Drohne „Global Hawk“

Fast identisch mit der Skandal-Drohne „Euro Hawk“ überfliegt die US-Drohne erstmals Deutschland.

(Foto: dpa)

BerlinDie US-Riesendrohne „Global Hawk“ hat erstmals Deutschland überquert, um ihr Einsatzgebiet über der Ostsee zu erreichen. Bereits am vergangenen Montag hielt sich das unbemannte Aufklärungsflugzeug zwei Mal für je 85 Minuten im deutschen Luftraum auf, wie das Verteidigungsministerium erst am Freitag mitteilte. Der „Global Hawk“ ist fast identisch mit der Skandal-Drohne „Euro Hawk“, die keine Zulassung für den deutschen Luftraum erhalten hat.

Die US-Drohnen sind auf Sizilien stationiert und überfliegen Deutschland auf dem Weg zur Ostsee. Sie kehren dann aber am selben Tag zu ihrem Standort zurück. Die „Global Hawk“-Flüge zählen zur Nato-Unterstützung für die östlichen Bündnispartner im Zuge der Ukraine-Krise.

Eigentlich sollte der erste Überflug in einem eigens dafür eingerichteten Korridor bereits im Oktober stattfinden. Er verzögerte sich aber, weil es weiteren Absprachebedarf zwischen den USA und den zu überfliegenden Staaten gab.

Die 14,5 Meter langen Drohnen mit einer Spannweite von fast 40 Metern gehören zu den größten der Welt. Sie können mehr als 18 Kilometer hoch fliegen und mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben. Den deutschen Luftraum durchqueren sie in einer Höhe von 15 Kilometern. Diese Höhe erreicht kein herkömmliches Verkehrsflugzeug.

Wie die Luftfahrt aufrüstet
Militärtransporter von Airbus
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Während das zivile Testprogramm von Airbus derzeit ohne Probleme abzulaufen scheint, wird der militärische Teil des Luft- und Raumfahrtkonzerns kritisch beäugt. Der als Pannenflieger verschrieene A400M stürzte im Mai im spanischen Sevilla ab, nachdem Software das Hochfahren von drei der vier Triebwerke verhindert hatte. Vier Testpiloten starben, zwei weitere konnten sich aus der Maschine retten und wurden schwer verletzt.

Schauflug des Crashfliegers
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Auch wegen des Absturz' kommt dem A400M in Le Bourget besonders viel Aufmerksamkeit zu. Täglich dreht der Jumbo seine Schaurunden über dem Messegelände, hier gefolgt von einem französischen Patrouillenjet. Der Flugzeugbauer Airbus will wohl sein Vertrauen in die Maschinen demonstrieren.

Platz für drei Panzer
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Entgegen der negativen Schlagzeilen sieht Airbus für seinen Militärtransporter eine „glänzende Zukunft“. Der Laderaum bietet Platz für 116 Soldaten oder einen mittleren Transporthubschrauber oder drei Transportpanzer. 174 Maschinen sind bisher bestellt, zu den Käuferstaaten gehören neben Deutschland auch Frankreich und Großbritannien. Bei der weiteren Käufersuche schielt der Flugzeugbauer vor allem Richtung USA.

Militärhubschrauber von Boeing
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Die USA gelten als größter Abnehmer für den Airbus A400M und auch grundsätzlich für Militärmaschinen. So präsentieren Soldaten der US-Armee den Boeing-Helikopter AH-64D Apache Longbow bei der französischen Luftfahrtmesse.

Airbus NH90
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Auch der Airbus-Helikopter NH90 hat schon durch Pannen von sich reden gemacht. Medienberichten zufolge hat etwa die deutsche Bundeswehr fünf Fälle von Triebwerk-Problemen mit dem Transporthelikopter gemeldet. Im Bild stehen Soldaten den französischen Militärs neben der Maschine.

Rafale
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Das Rüstungsunternehmen Dassault präsentiert bei der Luftfahrtmesse das zweistrahlige Kampfflugzeug Rafale. Regelmäßig hebt die Maschine auch zu Demonstrationsflügen über dem Messegelände ab.

Ein Klassiker
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Der Kampfjet aus dem Hause Dassault ist bereits seit 1997 in Serienproduktion. Der französische Präsident Francois Hollande posierte bei seinem Eröffnungsrundgang über die Messe vor der Maschine.

Der „Global Hawk“ ist praktisch baugleich mit dem „Euro Hawk“, von dem es nur einen Prototypen gibt, weil das Verteidigungsministerium das Projekt 2013 stoppte. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits 600 Millionen Euro verschlungen. Grund für den Projektstopp waren Probleme bei der Zulassung für den deutschen Luftraum. Im Mai soll der Prototyp aber für Testflüge reaktiviert werden.

Es sollen nun weitere „Global Hawk“-Flüge folgen - bis zu fünf pro Monat. Die Ausnahmegenehmigung gilt aber nur bis April. Die Aufklärungstechnik wird bei den Überflügen abgeschaltet. Das haben die Amerikaner nach Angaben des Verteidigungsministeriums zugesagt.

Die Linke befürchtet dennoch, dass die Drohne auch über Deutschland Daten sammelt. „Die Zusage der Amerikaner reicht mir da nicht aus - vor allem vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem US-Geheimdienst NSA“, sagte Verteidigungsexperte Alexander Neu.

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