US-Ökonom fordert für Arbeitslose mehr Anreize zur Arbeitsaufnahme
Künftiger IfW-Chef Snower verteidigt Kündigungsschutz

Der künftige Chef des Kieler IfW hat den geltenden Kündigungsschutz verteidt. Wichtiger als diesen abzuschaffen, seien Fort- und Weiterbildungen sowie zusätzliches Geld für Arbeitslose, die einen Job annehmen.

HB BERLIN. Der designierte Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, lehnt die von Teilen der CDU geforderte Abschaffung des Kündigungsschutzes für Arbeitnehmer ab. Den Kündigungsschutz einfach zu «streichen, ohne an den grundsätzlichen Schwächen des Systems etwas zu ändern, reicht nicht», sagte Snowers der «Welt am Sonntag» (WamS).

Der Kündigungsschutz sei zwar nicht die «effizienteste Maßnahme, um sich gegen die Risiken des Arbeitslebens abzusichern», räumte Snower ein. Unter den gegebenen Umständen im Arbeitsmarkt gebe es aber wenig Alternativen zum geltenden Kündigungsschutz.

Wichtiger sei es, Arbeitslosen stärkere Anreize für die Aufnahme einer Beschäftigung zu geben. Das Problem in Deutschland sei, dass falsche Signale gesetzt werden. «Findet jemand eine Stelle, werden ihm beispielsweise zu schnell staatliche Transfers entzogen», sagte Snower. So lohne sich Arbeit nicht genug.

Außerdem beklagt der US-Ökonom, Arbeitslose erhielten zu wenig Angebote zur Fort- und Weiterbildung. Deshalb verlören Arbeitslose «nach einer gewissen Zeit genau die Fähigkeiten, die der Arbeitsmarkt nachfragt».

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