US-Präsident Bush hat Vergabepolitik revidiert: Wirtschaft hofft jetzt auf Aufträge im Irak

US-Präsident Bush hat Vergabepolitik revidiert
Wirtschaft hofft jetzt auf Aufträge im Irak

Die deutsche Wirtschaft hat die Kehrtwende der US-Regierung in der Vergabepolitik für Irak-Aufträge begrüßt.

HB BERLIN. Die Öffnung des Marktes hielte für deutsche Unternehmen große Möglichkeiten bereit - "insbesondere für die großen Firmen, die im Irak bereits Referenzobjekte haben", sagt Jochen Münker, Leiter des Referats Nah- und Mittelost beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Deutsche oder französische Firmen hatten sich nach einer umstrittenen Maßgabe des Pentagons zunächst nicht als Generalunternehmer für Aufträge aus dem Gesamtpaket von 18,6 Mrd. $ bewerben können. Davon sollen 5 Mrd. $ bis zum 1. Mai für Investitionen in der Wasser-, Energie-, Transport- und Kommunikationsinfrastruktur vergeben werden, vor allem an US-Firmen wie Bechtel. Ab Mai geht es um eine zweite Tranche über 4,5 Mrd. $.

Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten kann hiervon auf deutscher Seite allen voran die Münchener Siemens AG profitieren. Sie blicke auf lange Erfahrung im Kraftwerksbau im Irak zurück und sei schon jetzt mit der Instandsetzung bestehender Kraftwerke im Irak befasst. Im Nordirak ist der Konzern als Unterauftragnehmer einer kuwaitischen Telekomgesellschaft am Aufbau eines Telefonnetzes beteiligt.

Der Charme eines Direktengagements von einem deutschen Großunternehmen läge in deren Vielfalt. Während der US-Konzern Bechtel als einer der "prime contractors" 90 % der Arbeit an Subunternehmen vergibt, könnten deutsche Firmen einen erheblich größeren Anteil der Investitionen selbst umsetzen, hieß es.

US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag die bisherige Vergabepolitik des Pentagons revidiert und explizit Gebote kanadischer Firmen für die Großaufträge zum Wiederaufbau des Iraks zugelassen. Eine Wende hatte sich nach Berliner Angaben bereits angedeutet, als der frühere Außenminister James Baker im Dezember Regierungen in Europa besucht hatte, um mit ihnen über eine Um- bzw. Entschuldung des Irak zu reden. Dabei hatte er nach Informationen des Handelsblattes in internen Gesprächen betont, dass das Weiße Haus in der Frage einlenken wolle.

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