US-Schuldenkrise Schäuble glaubt an Amerikas Versprechen

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Kriegt Eure Ä.... hoch!

Die Republikaner hatten zuletzt vorgeschlagen, die Schuldenobergrenze im August zunächst um eine Billion Dollar anzuheben und gleichzeitig die Ausgaben über einem Zeitraum von zehn Jahren um 1,2 Billionen Dollar zu kürzen. Zu Beginn des kommenden  Jahres und damit im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf wollen sie die Grenze dann erneut anheben. Die Demokraten beharren darauf, dass eine Neuregelung bis nach der Präsidentenwahl im November 2012 gelten müsse - sie wollen das Thema aus dem Präsidentenwahlkampf heraushalten.      

Am Abend unterzeichneten 51 demokratische und zwei unabhängige Senatoren einen Brief an den Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, John Boehner, in dem sie seinen Vorschlag erneut ablehnten. "Die ganze Welt schaut auf uns, wir müssen daher tun, was notwendig ist, um das Problem zu lösen", erklärten sie. Der von den Republikanern vorgelegte Plan schiebe die Schwierigkeiten nur auf und bringe "die Vereinigten Staaten in Gefahr".

Am Mittwoch wurde im Kongress an zwei getrennten Plänen für einen längerfristigen Schuldenabbau gefeilt, die der republikanische Präsident des Abgeordnetenhauses, John Boehner, und der demokratische
Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, ausgearbeitet hatten. Beide Entwürfe haben aber in der bisherigen Fassung keine Chance, in beiden Kammern des Kongress eine Mehrheit zu finden. Der Senat wird von den
Demokraten beherrscht, das Abgeordnetenhaus von den Konservativen, die wiederum untereinander zerstritten sind.

Einer Reihe von Abgeordneten der radikalkonservativen "Tea Party" gehen die von Boehner vorgeschlagenen Ausgabenkürzungen zum Schuldenabbau nicht weit genug, manche sind generell gegen eine Erhöhung des
Schuldenlimits. Boehner rief die Kritiker in den eigenen Reihen am Mittwoch dazu auf, sich nicht länger zu verweigern. „Kriegt eure Ä...hoch“, sagte er nach Medienberichten. Der Entwurf sollte nach Boehners Plänen möglichst am Donnerstag im Abgeordnetenhaus zur Abstimmung gestellt werden.

Vertreter der beiden größten US-Kreditagenturen sagten unterdessen in einer Kongressanhörung, dass sie Zahlungsausfälle für unwahrscheinlich hielten. Wie die „New York Times“ weiter berichtete, warnten sie im selben Atemzug erneut vor einer Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit, wenn es keinen angemessenen Plan zum Schuldenabbau gebe.

Die Zeitung zitierte den Präsidenten der Agentur Standard & Poor's, Deven Sharma, zugleich mit den Worten, „einige“ der zurzeit im Kongress erwogenen Pläne könnten für eine Beibehaltung der US-Topbonität ausreichen. Die US-Politik müsse aber einen "glaubwürdigen" Plan zur Überwindung der Krise vorlegen.

Nur so könne das Land eine mögliche Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit auf längere Sicht verhindern, sagte ihr Chef Deven Sharma. Die US-Notenbank teilte mit, dass sich das Wachstum in den USA während der vergangenen sieben Wochen abgeschwächt habe. Die Börse in New York schloss deutlich im Minus.

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5 Kommentare zu "US-Schuldenkrise: Schäuble glaubt an Amerikas Versprechen"

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  • Schäuble glaubt...aber wer glaubt Schäuble?
    Liebe Online-Radaktion, gewiss, den Artikel haben Sie geliefert bekommen. Es geht ja inhaltlich um die Politkrise in den USA und mögliche Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Wenn man den Artikel aber überschreibt: Schäuble glaubt..., wird der informierte HB-Onlinebesucher den Artikel zumeist links liegen lassen. Diesem gescheiterten Politiker mit diesen bemerkenswerten Managementqualitäten glaubt doch schon lange niemand mehr! Gehen Sie ins Archiv und listen Sie seine Äußerungen zur Schuldenkrise in Europa seit Frühjahr 2010 auf- eine einzige Lach-Nr. oder der verzweifelte Versuch, den deutschen Michel mit seinen zumeist geringen Grundkenntnissen in Ökonomie ruhig zu stellen. Dass im Sommerloch die dem Herrn nahestehende "Passauer NP" stolz darauf ist, von diesem Herrn ein Interview zu erhalten, ist deren Sache. Dass das als Aufhänger für einen durchaus lesenswerten Artikel genommen wird, ist mehr als peinlich. In erster Linie für Lieferanten solcher Texte (dpa usw.) aber auch für die HB-Online-Redaktion, die so etwas einfach übernimmt.
    Das ist "Politiker-Placement". Überschriften wie „Schäuble glaubt“, „meint“, „sagt“ u. ä. sind „No read“.

  • Hallo,
    natürlich kann der Finanzminister "glauben". Die Freiheit des Glaubens ist ja sogar im Grundgesetz verankert.
    Ich glaube auch, dass ich nicht mehr glauben darf wenn Politiker mir vorlügen zum Wohle des GANZEN Deutschen Volkes tätig zu sein.

  • Fortsetzung:

    "...Ein englisches Arbeiterviertel betritt der Polizeibeamte und der Sensationsdichter (Anmerkung: Bildreporter). Wenn die junge Lady seinen alarmierenden Roman gelesen hat, bricht sie wohl in Schluchzen aus, läßt anspannen und fährt in die von ihresgleichen nie betretene Gegend, nach welcher der Kutscher kopfschüttelnd den Weg sucht. In der Regel wird das Bad zu stark für ihre Nerven sein; sie schaudert vor der Armut; sie schaudert vor der Schlechtigkeit und dem Verbrechen, welche überall die Begleiter der sich selbst überlassenen Armut sind, fährt zurück, um nie wieder die schreckliche Gegend zu sehen, und salviert ihre Seele durch einen Geldbeitrag an die Armenkommission.
    Dann fährt er fort: Wenn wir uns vor Arbeiter-Vierteln hüten wollen, dann müssen wir bei unserem Prinzip stehenbleiben, es nicht verwerfen, sondern verbessern..."

    Richard von Wezsäcker nannte es das Subsidaritätsprinzip und allen voran haben es die Sozis falsch verstanden.
    Dr.Töpfer formulierte Deutschlands neue Siedlungspolitik. Die Sozis waren dagegen und haben Deutschland mit ihrer Lohndumpingpolitik schweren Schaden zugefügt.
    Vergessehn ist die Zeit, wo der Staat für eine Förder-Mark im Wohnungsbau 2 Mark zurück bekam.
    Die Sicht hat Schäuble nicht; den Amerikanern fehlt sie ganz und gar.
    Der große Knall kommt!

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Unser Finanzminister sollte den USA lieber nichts raten, denn auch er hat keine Lösungen parat. Allenfalls kann er wie in der EURO-Frage Probleme verschieben.
    Eine Lösung der Probleme findet sich nicht im Lohndumping asiatischer Vorgabe, denn es schwächt den Binnenmarkt und mindert die Staatseinnahmen. Andererseits helfen die außergewöhnlichen Gewinne der Entscheider mangels Investitionsmöglichkeiten im eigenen Land auch nicht weiter. Sie führen zur Zockerei.
    Was sich heute wieder zuspitzt hat eine lange Geschichte und ist immer dann feststellbar, wenn etwas zu groß wird. Als Rom seine Probleme bekam, wurde es von Nero einfach niedergebrannt. Als unsere Städte in Schutt und Asche lagen hätte man Konsequenzen ziehen können. Heute haben wir Sarrazin.
    James Hobrecht schrieb vor 150 Jahren:

  • Schmierenkomödie für den Pöbel......

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