US-Vorbild
Politiker finden Boni-Steuer reizvoll

In Deutschland findet die Idee, Bonuszahlungen an Manager wie in den USA drastisch zu besteuern, immer mehr Zuspruch, vor allem bei der SPD und in Gewerkschaftskreisen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nennt das US-Vorgehen eine "interessante Aktivität". Eine rückwirkende Besteuerung lehnt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) ab.

HB BERLIN. Hohe Steuern, Begrenzung der Gehälter - die Wellen schlagen hoch, nachdem Manager Bonuszahlungen erhalten haben, obwohl ihre Unternehmen staatlich gestützt werden müssen. Auch in Deutschland wird viel über das Thema diskutiert. Die nordrhein-westfälische SPD-Landes - und Fraktionschefin Hannelore Kraft hat jetzt die Bundesregierung aufgefordert, Boni-Zahlungen an Manager nach dem Vorbild von US-Präsident Barack Obama zu begrenzen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte sie, das Vorgehen Obamas sei beispielhaft auch für Deutschland. Die Steuerabzugsfähigkeit von Managergehältern, Abfindungen und Boni-Zahlungen müsse auch hierzulande massiv eingeschränkt werden.

Auch die CSU will Bonuszahlungen für Manager streichen, deren Firmen Staatshilfe bekommen. Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte der „Bild“-Zeitung: „Unternehmen, die Staatshilfe beantragen, dürfen ab diesem Zeitpunkt keine Boni mehr auszahlen - auch nicht für die Zeit davor.“ Die Politik müsse verhindern, dass Staatsgelder an Manager durchgereicht werden.

Schützenhilfe kam aus Gewerkschaftskreisen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert gar die komplette Abschaffung von Bonus-Regeln für Manager in der Finanzbranche. "Sie sind mitverantwortlich für die schwere Finanzkrise, die die ganze Welt erfasst hat", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Uwe Foullong der "Berliner Zeitung" vom Samstag laut Vorabbericht. "Die Vorstände und Manager, die für die Finanzkrise mitverantwortlich sind, dürfen jetzt nicht auch noch belohnt werden."

Foullong sprach sich auch für eine generelle Begrenzung der Managergehälter aus. Zumindest müssten diese aber höher besteuert werden. "Wir fordern, dass alle Bezüge über zwei Millionen Euro mit einem Steuersatz von 80 Prozent belegt werden", sagte der Verdi-Funktionär.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann solchen Ideen offenbar etwas abgewinnen. Am Freitag nannte sie eine Besteuerung der Boni von bis zu 90 Prozent wie beim verstaatlichten und schwer angeschlagenen US-Versicherungskonzern AIG eine "interessante Aktivität".

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