USA-Reise
Der Minister kehrt heim – Opel bangt weiter

Die US-Regierung ist offenbar bereit, den Europäern bei der Opel-Rettung entgegenzukommen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte nach einem Treffen mit US-Finanzminister Timothy Geithner, er sei zuversichtlich, dass Washington bei einer Rettung der angeschlagenen Opel-Mutter General Motors (GM) nicht nur US-Interessen im Auge haben werde.

HB WASHINGTON/FRANKFURT. Für den Fall, dass GM der US-Regierung ein tragfähiges Konzept vorlege, sei auch "der Hoffnungsschimmer für Opel ein Stück heller geworden". Bislang habe man nie gewusst, wie sich die US-Regierung verhalten werde. Das Gespräch mit Geithner habe gezeigt, dass Washington gemeinsam mit den Europäern zu einer Lösung kommen wolle.

Die Positionierung der US-Regierung spielt für die Zukunft von Opel eine entscheidende Rolle: GM hat Anteile an Opel an die US-Regierung verpfändet. Zudem hat GM Patente, die Opel 2005 an eine GM-Tochter verkauft hatte, an die US-Regierung verpfändet. Die deutsche und die US-Regierung wollen Spitzenbeamte damit betrauen, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, kündigte zu Guttenberg an. Auf deutscher Seite wird Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann die Aufgabe übernehmen.

Bereits am Montag hatte zu Guttenberg mit der GM-Spitze verhandelt. Beide Seiten verständigten sich darauf, einen Koordinator für ihre Gespräche einzusetzen. Intern ist der Kandidat - eine "erfahrene Persönlichkeit" - offensichtlich bereits ausgeguckt.

Der Koordinator soll bereits in den nächsten Tagen benannt werden, sagte zu Guttenberg, ohne einen Namen zu nennen. In Opel-Aufsichtsratskreisen hieß es, der Vermittler habe bereits die Zustimmung der Gewerkschaftsseite erhalten. In Branchenkreisen wurden der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, Ex-BDI-Chef Jürgen Thumann sowie Ex-VDA-Chef Bernd Gottschalk als Kandidaten gehandelt.

GM-Chef Rick Wagoner und dessen Vize Fritz Henderson hätten während der Gespräche in wesentlichen Punkten "klares Entgegenkommen" gezeigt, sagte zu Guttenberg. "Für uns ist wichtig, dass sich das Prozedere umkehrt." Wochenlang habe GM von den europäischen Regierungen verlangt, Hilfen zuzusagen, sich selbst aber nicht festlegen wollen. Nach dem Gespräch sei nun klar, dass GM grundsätzlich verstanden habe, Gegenleistungen erbringen zu müssen.

Das "klare Entgegenkommen" des GM-Managements bezieht sich nach Angaben des Wirtschaftsministers auf die Patente, die Opel an GM abgegeben hat, auf die an die US-Regierung verpfändeten Opel-Anteile sowie auf die Bereitschaft, eine Minderheitsbeteiligung an einer künftigen europäischen GM-Tochtergesellschaft einzugehen. In allen drei Punkten will GM nun offenbar belastbare Vorschläge machen.

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