Im University Club unterstreicht zu Guttenberg, was er von den Konjunkturprogrammen der Amerikaner hält: nichts. Es dürfe kein internationales Wettrennen um Konjunkturpakete geben, sagt er. Der Minister kontert damit die von der US-Regierung zuletzt immer wieder vorgetragene Kritik, die Europäer, speziell die Deutschen, müssten mehr Geld in die Hand nehmen, um die Konjunktur anzukurbeln.
Zu Guttenberg sperrt sich gegen eine "Perpetuum mobile immer neuer Konjunkturpakete" noch ehe die ersten Maßnahmen eine messbare Wirkung entfalten können. Er warnt vor den bitteren Konsequenzen einer ausufernden Staatsverschuldung. Und außerdem hätten speziell die Deutschen mit knapp vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für konjunkturelle Maßnahmen bereits einen beachtlichen Betrag eingesetzt.
An seine Zuhörer aus den USA und Deutschland appelliert er, den G20-Gipfel zu nutzen, um den Gedanken offener Märkte voranzutreiben. Auf dem Gipfel müssten die Geister des Protektionismus vertrieben werden. Auch Soros meldet sich noch zu Wort, warnt vor den Folgen der Finanzkrise für Entwicklungs- und Schwellenländer, deren Regierungen keine Garantien anbieten könnten. Das Geld fließe daher von dort in Strömen ab. Da ist er wieder, der ganz große Zusammenhang, den zu Guttenberg so liebt.
Und weil der Auftakt so recht nach seinem Geschmack verlaufen ist, ist zu Guttenberg gut gestimmt und lässt sich von den mitgereisten Fotografen überreden, sich am Time Square ablichten zu lassen. Er strahlt, aber er ist viel zu klug, sich zu einem Victory-Zeichen überreden zu lassen.
Nach dem gelungenen Auftakt kann zu Guttenberg verschmerzen, dass das geplante Treffen mit US-Außenministerin Hillary Clinton nicht zustande kommt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kann sich also entspannt zurücklehnen.