Vakanter EZB-Posten
Merkel & Co droht nach Stark-Rücktritt neues Ungemach

Mit Bedauern hat Schäuble auf den Rücktritt des EZB-Chefvolkswirts reagiert. Wer Stark nachfolgen wird, sagte der Finanzminister nicht. Doch gegen den als Favoriten gehandelten Asmussen formiert sich bereits Widerstand.
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DüsseldorfBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte am Rande des G7-Treffens am Freitag in Marseille an, dass Deutschland einen „guten Vorschlag“ für die Nachfolge Starks im EZB-Direktorium unterbreiten werde. Namen nannte Schäuble allerdings nicht.

Laut übereinstimmenden Agentur-Informationen soll Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen nach dem Willen der Bundesregierung Nachfolger Starks werden. Aus informierten Berliner Kreisen hieß es, Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle Asmussen als Kandidat für den Posten vorschlagen.

Offiziell werden die Mitglieder des EZB-Direktoriums vom Europäischen Rat ernannt.

Widerstand gegen Asmussen dürfte aus der FDP von denjenigen kommen, die eine striktere Geldpolitik favorisieren. Asmussen jedoch wird zu den „Tauben“ gezählt, die eine weichere geldpolitische Linie verfolgen. Er ist SPD-Mitglied, wurde aber wegen seiner im In- und Ausland hoch geachteten Expertise von Schäuble nach dem Machtwechsel in Berlin im Amt gelassen. Asmussen hat gemeinsam mit Weber und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann - damals noch Berater der Kanzlerin - bei mehreren Bankenrettungen eine wichtige Rolle gespielt.

Einer der Kritiker, der sich der Asmussen-Personalie entgegenstellen dürfte, ist der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler. Dieser reagierte mit großem Bedauern auf den Rücktritt von Stark. „Das ist nach dem Abgang von Axel Weber erneut ein schwerer Schlag für die EZB und den Euro“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. Erneut gehe ein geldpolitischer „Falke“ von Bord und hinterlasse nur „Tauben“. „Deutschland muss gegen den fortgesetzten Rechtsbruch der EZB endlich tätig werden, im Zweifel vor dem Europäischen Gerichtshof“, fügte Schäffler mit Blick auf die umstrittenen Staatsanleihenkäufe der EZB hinzu.

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  • Lieber W. Fischer,
    Ihr Wunsch ist so nett, aber leider nicht einhaltbar. Es gibt in Berlin nur Leichtmatrosen
    Sie wissen doch, Politiker ist der einzige Job in Deutschland, für den man keinerlei Qualifikation braucht

  • Die Politik wird nicht die richtigen Schlüsse ziehen, den Zahn ziehen Sie sich mal ,
    Wie sagte schon Honecker "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf"
    Und er behält ja offenbar Recht. Denn seine Nachfolgerin Merkel arbeitet in ihrem Politbüro ja ganz in diesem Sinne
    Das Volk muß verarmt werden
    Kennen Sie die Stalin.Macime?
    "Das Volk braucht nicht konsumeiren, das Volk hat zu produzieren"

  • Rückblickend auf 18 Monate der jetzigen Regierungspartei ( CDU/CSU/FDP )
    Ihr haben wir den Abschwung zu verdanken . Nicht nur in Deutschland sonder Europaweit .
    Für den Aufschwung den wir hatten , und das war ein guter . Möchte wir uns bei Altkanzler Gerhard Schröder und seinen Team bedanken . Die konnten auch Menschen für ein gemeinsames Europa begeistern .

    Wir möchten noch Anmerken . Wir sind nicht Mitglied in einer dieser Partein .

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