VDA nennt Zahlen für deutsche Marken
Berlins Biosprit-Pläne vor dem Aus

Von der höheren Biosprit-Beimischung zum Kraftstoff wären laut Automobilindustrie deutlich weniger Autos deutscher Fabrikate betroffen als befürchtet. Dass Umweltminister Sigmar Gabriel seine Pläne für eine Verdoppelung des Bioethanol-Anteils von fünf auf zehn Prozent dennoch begraben muss und damit die Gesamtstrategie der Regierung ins Wanken gerät, für den Klimaschutz nach und nach immer mehr Biokraftstoffe einzusetzen, liegt an den Importeuren.

HB BERLIN/FRANKFURT/MAIN. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wäre die für 2009 geplante höhere Beimischung von Bioethanol nur für 189 000 Autos deutscher Hersteller unverträglich. Damit sei die Zusage eingehalten worden, dass höchstens 375 000 Fahrzeuge deutscher Marken betroffen seien, erklärte der VDA am Donnerstag. Das Ministerium wollte die Angaben zunächst nicht kommentieren. Man warte weiter auf die offiziellen Zahlen des Verbands der Fahrzeugimporteure VDIK.

Nach Schätzung der Autoimporteure werden mehr als eine Million der in Deutschland fahrenden Autos ausländischer Marken Probleme bei einer höheren Biosprit-Beimischung zum Benzin bekommen. „Wir rechnen mit einer siebenstelligen Zahl, die Million wird überschritten“, sagte ein Sprecher des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) mit Sitz in Bad Homburg am Donnerstag auf Anfrage. Dies sei eine erste Schätzung, die genaue Zahl ermittelten die Verbandsmitglieder derzeit. „In der Masse wird die Beimischung nicht funktionieren, es handelt sich um ein gravierendes Problem.“ Laut VDIK sind auf deutschen Straßen rund sieben Millionen Wagen von ausländischen Herstellern mit Benzinmotor unterwegs.

Der ADAC rechnet mit rund drei Millionen Fahrzeugen, die auf teureres Super plus ausweichen müssten, weil sie die Beimischung von bis zu zehn Prozent Bioethanol im Benzin nicht vertragen.. Der Autoclub fürchtet, dass Bioethanol Dichtungen und Leitungen aus Kunststoff beschädigt. Umweltminister Sigmar Gabriel will die Pläne für eine höhere Biosprit-Quote stoppen, falls mehr als eine Million Fahrzeuge nicht mit dem neuen Gemisch fahren können.

Für die vom VDA genannten 189 000 Fahrzeuge wäre ein Umstieg auf die teure Kraftstoffsorte Super-Plus nötig. Hinzu kommen nach Angaben des Verbands 170 000 Autos, für die diese Sorte bereits heute empfohlen sei. Für diese ändere sich aber nichts. „Insgesamt können über 98 Prozent der rund 21 Millionen Fahrzeuge deutscher Hersteller mit Benzinmotor mit der neuen Kraftstoffsorte (E10) betankt werden“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Der Verband habe an das Bundesumweltministerium eine detaillierte Übersicht aller Pkw deutscher Hersteller übermittelt, die nicht mit der neuen Kraftstoffsorte mit einem Bioethanolanteil von bis zu zehn Prozent betankt werden dürften, hieß es in einer Mitteilung. Dazu hätten die Hersteller intensive Verträglichkeitsprüfungen in der Flotte vorgenommen.

Die deutschen Hersteller hätten ihre Flotte intensiv auf die Frage geprüft, ob sie die neue Sorte vertrügen, erklärte der Autoverband. „Die deutsche Automobilindustrie hat auch in diesem Bereich ihre Hausaufgaben gemacht und Wort gehalten“, betonte VDA-Präsident Matthias Wissmann.

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