Deutschland
VDE für Aufschub des Atomausstiegs

Der Verband für Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) hat durchgerechnet, was der Atomausstieg im Vergleich zu einer Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke kostet: Durch den Ausstieg entstehen in den nächsten Jahrzehnten rund 40 Mrd. Euro höhere Kosten.

HB DÜSSELDORF. Der VDE hat sich dafür ausgesprochen, die Kernenergie länger als von der rot-grünen Bundesregierung beabsichtigt zu nutzen.

Dies sei für die kommenden Jahrzehnte die wirtschaftlichere und umweltfreundlichere Option der Stromerzeugung, sagte VDE-Präsidiumsmitglied Wolfgang Schröppel bei der Vorstellung einer Studie zur Stromversorgung 2020 am Montag in Berlin. Die Bundesregierung nannte das VDE-Szenario „unrealistisch“. In der Studie präsentiert der VDE verschiedene Szenarien.

Das erste davon orientiert sich an der derzeitigen Energiepolitik der Bundesregierung und ihrer Zielsetzung, das letzte Kernkraftwerk 2021 vom Netz nehmen zu lassen und die erneuerbaren Energien massiv zu fördern. Versorgungslücken sollen in dem Szenario durch Gasimporte ausgeglichen werden. Die Investitionskosten bis zum Jahr 2020 beziffert der VDE auf 122,8 Mrd. Euro.

Dagegen müssten in dem vom VDE bevorzugten Szenario, in dem ein Teil der deutschen Kernkraftwerke noch deutlich über 2020 hinaus betrieben würde, nur 84,7 Mrd. Euro in die Stromversorgung investiert werden.

In beiden Fällen würde das Kyoto-Ziel erreicht, die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid auf unter 302 Mill. Tonnen zu senken. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte, die VDE-Studie gehe von unrealistisch niedrigen Annahmen künftiger Kosten von Öl, Gas und Kohle aus.

Der wissenschaftliche Direktor des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, Alexander Bradshaw, zeigte sich zuversichtlich, dass die Kernfusion von Mitte des Jahrhunderts als Energiequelle kommerziell genutzt werden könne

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