Verbände verlangen Übergangsfrist für Osteuropageschäfte
Deutsche Wirtschaft fordert niedrigere Hermes-Prämien

Die deutsche Wirtschaft fordert niedrigere Entgelte für die Inanspruchnahme staatlicher Hermesbürgschaften. Nach Auffassung des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) sowie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sollten zumindest mittelfristig diejenigen Exporteure begünstigt werden, die ihre Geschäftspartner sorgfältig aussuchten und Hermes keine Schäden verursachten. „Es gibt keinen Grund, warum sich der Bund dem widersetzen könnte“, sagte BGA-Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Müller dem Handelsblatt.

BERLIN. Grund des Vorstoßes sind die Überschüsse, die Hermes im nunmehr sechsten Jahr erzielt und die an den Bundeshaushalt abgeführt werden. Die staatliche Exportkreditversicherung schützt Unternehmen vor dem Risiko des Forderungsausfalls bei Auslandsgeschäften. Der jetzige Positivsaldo entsteht vor allem auf Grund hoher Rückflüsse aus Ländern, die alte Forderungen begleichen, für die deutsche Exporteure vor Jahren entschädigt worden waren. Der Überschuss für das erste Halbjahr 2004 liegt bei 394,8 Mill. Euro. Das gab das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag bekannt. Auf Grund der anziehenden Weltkonjunktur waren neue Deckungen für Exportgeschäfte mit einem Auftragsvolumen von 10,6 Mrd. Euro übernommen worden (plus 25,2 Prozent). Wichtigste Staaten für neue Deckungen waren China, Iran, die Türkei und Russland.

Für Berlin ist klar: Die Überschüsse dienen zum Abbau des bis 1998 durch Entschädigungen angehäuften Defizits von rund 11,5 Mrd. Euro. „Da gibt es nichts zu verteilen“, sagte ein Regierungsbeamter. Wirtschaftsvertreter weisen das als „buchhalterisches Denken“ zurück, zumal der überwiegende Teil der gesamtstaatlichen Außenstände bereits in Umschuldungsabkommen geregelt sei, die „der Finanzminister bereits versilbert“, so BGA-Mann Müller. „Es geht darum, den Unternehmen marktfähige Konditionen zu bieten“, sagt Alexander Lau, Leiter Außenwirtschaftsförderung im DIHK.

Seite 1:

Deutsche Wirtschaft fordert niedrigere Hermes-Prämien

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%