Verbalattacke
Lafontaine nennt Parteien „Schweinebande“

Oskar Lafontaine sorgt mit einer Wahlkampf- Äußerung für Empörung. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei hat nach Darstellung einer Zeitung auf einer Veranstaltung in Rheinland-Pfalz die im Bundestag versammelten Parteien - mit Ausnahme der Linkspartei - als "Schweinebande" bezeichnet.

HB BERLIN. Der grüne Fraktionschef Fritz Kuhn verlangte daraufhin vom ehemaligen SPD-Vorsitzenden, "sich im Bundestag in aller Form zu entschuldigen". Die FDP-Präsidiumsmitglied Birgit Homburger forderte die Linkspartei dazu auf, sich von Lafontaines Äußerungen zu distanzieren.

Fraktionssprecher Hendrik Thalheim erklärte dagegen, Lafontaine habe ihm erklärt, seine Äußerung hätten sich nicht auf Politiker bezogen, sondern auf Unternehmen, die trotz großer Gewinne Mitarbeiter entlassen. Die "Leipziger Volkszeitung" beharrte auf ihrer Darstellung und erklärte, ihr Korrespondent sei im Gegensatz zu Thalheim bei der Veranstaltung dabei gewesen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) warf Lafontaine vor, mit derartigen Angriffen um die Stimmen rechtsradikaler Wähler zu werben. Dies sei ein klar erkennbares Kalkül. "Lafontaine fischt damit ganz bewusst am rechtsradikalen Rand. Er will damit ganz eindeutig den Protestbereich einfangen, der früher immer ganz rechts gewählt hat", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende dem Blatt. Die rechtsradikale NPD verwende dieselben Parolen. "Solche Sprüche von einem zu hören, der immer den Oberlinken gespielt hat, ist schlicht eine Sauerei", kritisierte Beck.

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