Verbale Attacke
Lafontaine nennt Merkel „gefährlichste Frau Europas“

Der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine attackiert die Kanzlerin: „Sie versteht das Euro-System nicht, und sie versteht die Finanzmärkte nicht.“ Ihre Politik bezeichnet er als "falsch" und sie als "gefährlich".
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SaarbrückenDer frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine sieht wenig Chancen, dass die Vorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Euro-Krise eindämmen können. Lafontaine, der unter Rot-Grün einst Bundesfinanzminister war, empfinde „Sorge und eine gewisse Resignation“, dass die Politik noch immer nicht in der Lage sei, das Treiben der Banken zu beenden, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag).

Solange „die Banken Zockerbuden sind und die Regierungen daran hindern, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, werde auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer scheitern, erklärte Lafontaine. Zugleich attackierte er die Kanzlerin scharf: „Sie versteht das Euro-System nicht, und sie versteht die Finanzmärkte nicht.“ Wenn Deutschland als wichtigste Volkswirtschaft Europas Lohndumping betreibe, könne das System nicht funktionieren. Wegen ihrer „falschen Politik“ könne man Merkel daher als „gefährlichste Frau Europas“ bezeichnen. In der anhaltenden Schuldenkrise macht sich Lafontaine für eine „kräftige Vermögensabgabe“ stark.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verbale Attacke: Lafontaine nennt Merkel „gefährlichste Frau Europas“"

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  • Man kann ihm gern abnehmen, daß Merkel die "gefährlichste Frau Europas" ist, aber nicht, daß sie von dem was sie tut keine Ahnung hat...

  • @Bernd

    was ist einfacher, als ein Volk über die Medien zu "lenken".

    Es erschreckt kich allerdings (auch hier) immer wieder, wie weit die Realität extrem verzerrt wahrgenommen wird. Und die Betroffenen merken nicht einmal, wie sie vollkommen Realität und Wunschdenken verwechseln.

    Das beste Beispiel hierfür ist, dass Darstellungen aus den Medien als real angenommen werden und man glaubt, es handelt sich um Wissen.

  • Es wäre durchaus auch möglich, dass Herr Lafontaine vom Eurosystem nichts versteht.... Insbesondere die Vermögensabgabe ist wieder mal ein weiterer Versuch, völlig unsinnige Steuern zu kreieren, die einer Neiddebatte entspringen. Ich hoffe, das Volk ist nicht zu dumm, sich auf dieses Niveau herunterzulassen.

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