Verband fordert bessere Energieeffizienz
Wirtschaft kritisiert Energiepolitik

Die Bundesregierung lässt nach Ansicht des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie viele lohnenswerte Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz ungenutzt und gefährdet so ihre Klimaschutzziele. Der Verband fordert deshalb bessere Abschreibungsmöglichkeiten für effiziente Antriebe in Industrie und Gewerbe, aber auch zeitlich befristete Anreize für private Haushalte.

BERLIN. Mit der Umsetzung der Forderungen erhofft sich der Zentralverband die erforderlichen Impulse für eine Steigerung der Energieeffizienz.

Zusammengefasst sind die Vorschläge der Branche in dem am Dienstag vorgestellten „Weißbuch Energie-Intelligenz“: Auf knapp hundert Seiten gibt das Buch konkrete Handlungsempfehlungen für die Bereiche private Haushalte, öffentliche Infrastruktur, Industrie und Gewerbe sowie Stromerzeugung und Verteilung.

Die Steigerung der Energieeffizienz gehört zu den zentralen Bestandteilen der Klimaschutzbemühungen der Bundesregierung. Bis 2020 soll die Energieeffizienz um 20 Prozent steigen. Die Effizienzsteigerung betrifft die drei Sektoren Wärme, Strom und Mobilität. Zwar hat die Bundesregierung – etwa im Gebäudebereich – eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht; außerdem werden Anreize für den Kauf effizienter Geräte diskutiert. Ob sich das angestrebte Ziel erreichen lässt, ist aber offen.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) sieht dringenden Handlungsbedarf. Potenziale sieht der Verband in den Bereichen Beleuchtung und Antriebe. Allein durch den Übergang von Glühlampen zu Energiesparlampen lassen sich laut ZVEI die Stromkosten der privaten Haushalte um 1,5 Mrd. Euro jährlich reduzieren. Nach den Vorstellungen des Verbandes sollten ineffiziente Leuchtmittel spätestens 2015 vom Markt verschwunden sein. Noch deutlicher werden die Potenziale bei elektrischen Antrieben: Der Ersatz alter Motoren in der Industrie durch effiziente Geräte könnte jährlich 27,5 Mrd. Kilowattstunden Strom einsparen. Das entspricht 15 Prozent des gesamten industriellen Stromverbrauchs.

Der ZVEI bündelt die Interessen von 1 600 Unternehmen, die für 90 Prozent des Umsatzes der deutschen Elektroindustrie stehen. Die Branche erzielt mit über 800 000 Mitarbeitern 180 Mrd. Euro Umsatz. Sie profitiert von Investitionen in Effizienzsteigerungen. Allerdings betont der Verband, dass er nur solche Effizienzmaßnahmen vorschlägt, die sich nach wenigen Jahren durch die Energieeinsparung selbst finanzieren.str

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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