Verband geht nur noch einem Prozent Wachstum aus
BDI senkt die Wachstumsprognose

Nach der EU-Kommission hat nun auch der Bundesverband der Deutschen Industrie seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr in Deutschland kräftig gesenkt.

HB BERLIN. „Wir erwarten jetzt ein Wachstum von gut 1,0 Prozent“, sagte der BDI-Konjunkturexperte Reinhard Kudiß der „Berliner Zeitung“ vom Dienstag. Bislang ging der Industrieverband von einem Wachstum von 1,5 Prozent aus.

Bereits am Montag hatte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für Deutschland auf 0,8 Prozent halbiert. Die Bundesregierung hält dagegen an der Vorhersage von 1,6 Prozent Wachstum fest und will dies gegebenenfalls erst anhand neuer Daten Ende April revidieren. Die EU-Kommission geht zudem davon aus, dass Deutschland in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge die EU-Obergrenze für die Neuverschuldung überschreitet.

Der neue BDI-Konjunkturbericht mit der redivierten Wachstumsprognose solle in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Ein wesentlicher Grund für die Reduzierung der Prognose sei eine unerwartet schwache Entwicklung der Inlandsnachfrage im Investitionsgüterbereich.

"Deutschland tut sich schwer, die positiven Impulse aus den guten Exportzahlen in eine stärkere Binnennachfrage umzumünzen", sagte Kudiß. Ein immer größerer Anteil der deutschen Exporte werde durch importierte Vorleistungen aus dem Ausland gedeckt, der inländische Wertschöpfungsanteil sinke dagegen. Das führe dazu, dass die Unternehmen vor allem in Rationalisierung und in den Erhalt ihrer Produktionskapazitäten investierten, weniger in die Erweiterung der Kapazitäten. "So entstehen keine neuen Jobs", sagte Kudiß. Eine rasche Lösung der Krise am Arbeitsmarkt sei deshalb nicht zu erwarten.

Die Politik sei nun gefordert, die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Auch die "so genannte Steuerreform 2000" habe für die Betriebe im allgemeinen zu keiner Entlastung geführt. "Vielmehr wurden die großen Unternehmen in Höhe von 5 Mrd. Euro mehr belastet." Auch seien die häufig beklagten hohen Personalnebenkosten immer noch nicht gesunken.

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