Verbotsdebatte: Europarecht schützt Stromfresser Glühbirne

Verbotsdebatte
Europarecht schützt Stromfresser Glühbirne

Nach australischem Vorbild wollen diverse Politiker sowohl der Koalition als auch aus der Opposition der Glühbirne in Deutschland den Garaus. Doch das Bundesumweltministerium bremst die Glaskolbenstürmer: Da sei Brüssel vor.

HB BERLIN. Aus europarechtlichen Gründen sei eine derartige nationale Regelung gar nicht möglich, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. „Ungleich sinnvoller“ als ein Verbot aller Glühbirnen sei zudem das so genannte Top-Runner-Modell zur Förderung sparsamer Haushaltsgeräte. Danach soll das jeweils verbrauchsärmste Modell eines bestimmten Produktes innerhalb weniger Jahre zum verbindlichen Standard für alle anderen Produkte dieser Art werden.

Politiker von CDU, SPD und Grünen hatten sich zuvor für ein Glühbirnen-Verbot in Deutschland nach dem Vorbild Australiens ausgesprochen. „Das wäre bei uns überfällig, denn so eine Maßnahme würde in wenigen Jahren ein bis zwei Atomkraftwerke einsparen“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer.

Auch der CDU-Politiker Peter Paziorek und der frühere Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) forderten am Mittwoch, künftig nur noch Energiesparlampen zuzulassen. Paziorek knüpfte seine Forderung allerdings an Bedingungen: „Wenn Übergangsfristen für den Mittelstand und die Verbraucher gewahrt werden, unterstütze ich das“, sagte der Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium.

Nach Angaben der Deutschen Energieagentur (Dena) könnte der private Stromverbrauch so um sechs Prozent gesenkt werden, wenn Glühbirnen in Wohnungen durch sparsamere Leuchtmittel ersetzt werden. Australien will den Verkauf von Glühbirnen schrittweise einschränken. Die Umstellung der Lampen soll nicht nur die Stromrechnung der Haushalte entlasten, sondern auch die Emission von Treibhausgasen bis 2012 um vier Millionen Tonnen reduzieren.

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