Verbraucherpreise im November wohl gesunken
Hoher Ölpreis lastet schwer auf Privathaushalten

Die Budgets der privaten Haushalte in Deutschland werden durch die stark gestiegenen Rohölpreise in diesem Jahr mit Mehrkosten in Milliardenhöhe belastet. Dabei zahlen sich allerdings die Sparanstrengungen der Bürger nach der letzten Energiepreisexplosion in barer Münze aus.

HB WIESBADEN. Für Brenn- und Kraftstoffe müssten die Deutschen 2004 schätzungsweise 2,4 Mrd. € mehr ausgeben, wie das Amt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Eine noch stärkere Belastung hätten die Verbraucher dabei aber selbst abgewendet. Nach der Teuerungswelle 1999/2000 hätten sie erheblich bei Brenn- und Kraftstoffen gespart. So sei mehr Diesel getankt worden und habe Erdgas das Heizöl weiter zurück gedrängt. Damals mussten die privaten Haushalte fast neun Mrd. € mehr aufwenden.

Von Januar bis September diesen Jahres seien die Rohölpreise auf Euro-Basis zum Vorjahreszeitraum im Schnitt um 33 % gestiegen, gerechnet in Dollar sogar um 44 %, so das Amt. Die Verbraucherpreise für Kraftstoffe sind allerdings von Januar bis September lediglich um 4,6 % und für Heizöl um 9,6 % gestiegen. Grund dafür ist auch der hohe Anteil an Steuern, die mengenabhängig, und nicht preisabhängig erhoben werden, was sich dämpfend auf die Verbraucherpreise auswirkt.

Preisdämpfend wirkt sich derzeit auch der gestiegene Euro-Kurs auf die Ölrechnung der Deutschen aus, da Rohöl gewöhnlich in Dollar abgerechnet wird. So waren dem Amt zufolge bei der Energieverteuerung 1999/2000 die Rohölpreise auf Dollar-Basis um knapp 60 % gestiegen, in Euro gerechnet aber um mehr als 80 %. Die Ursache war die damalige Schwäche des Euro gegenüber der US-Währung. Mit Kursen über 1,31 Dollar hat der Euro am Mittwoch einen neuen Höchststand gegenüber dem Dollar markiert.

Vorteilhaft für die Verbraucher wirkte sich nach Angaben des Amtes bisher außerdem aus, dass es noch nicht zu einer Anpassung der Gaspreise bei den Verbrauchern gekommen ist. Die Ausgaben für Erdgas betrugen 2003 rund 13,9 Mrd. € und machten damit fast ein Viertel der Ausgaben für Mineralöle und Gase aus.

Experten rechnen damit, dass die Verbraucherpreise im November wegen nachlassender Preise für Ölprodukte zum Vormonat gesunken sind. So verbilligte sich etwa in Brandenburg die Lebenshaltung zum Oktober um 0,5 %. Am Mittwoch werden weitere Preisdaten aus den Ländern erwartet. Auf dieser Basis errechnet das Statistische Bundesamt dann voraussichtlich noch am Nachmittag die vorläufige Teuerung für Gesamtdeutschland.

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