Verbraucherschützer fordern Kontrollsystem
Online-Lebensmittelhandel – ein Risiko?

  • 3

„Nicht registrierte Lebensmittelhändler sind ein Risiko“

Zuständig ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Behörde beherbergt seit Juli 2013 die gemeinsame Zentralstelle „Kontrolle der im Internet gehandelten Erzeugnisse des LFGB und Tabakerzeugnisse“, kurz G@ZIELT. Unter „Erzeugnissen des LFGB“ sind Lebensmittel, Futtermittel, Kosmetika und Bedarfsgegenstände zu verstehen.

Mit der im Auftrag der Bundesländer geführten Zentralstelle soll doppelte Recherchearbeit bei Kontrollen vermieden werden. Zudem wollen Bund und Länder in Zusammenarbeit mit vier Siegelgebern einen Marktplatz im Internet schaffen, „auf dem die Produktsicherheit ähnlich hoch ist wie im Supermarkt oder beim Bäcker an der Ecke“, wie es auf der Webseite des Bundesamts heißt. Für Lebensmittel sei dieser Marktplatz bereits im Entstehen. Online-Händler, die Lebensmittel anbieten, müssen sich demnach bei der Lebensmittelüberwachungsbehörde in ihrem Kreis oder ihrer Stadt registrieren und würden dann genauso „risikoorientiert“ überwacht wie der konventionelle Einzelhandel.

Für Verbraucherschutzministerin Klepsch ist die Registrierung ein wichtiger Punkt. Zwar biete der Online-Lebensmittelhandel Vorteile, weil man alles von zu Hause aus machen könne und damit das Einkaufen bequemer werde. „Allerdings sehe ich auch Risiken, etwa wenn nicht registrierte Lebensmittelhändler auf den Markt drängen“, sagte die CDU-Politikerin. „Oder wenn Produkte mit schädlichen Inhaltsstoffen angeboten werden.“

Dass beim digitalen Einkauf nicht alles rund läuft, zeigt auch die Untersuchung der Brandenburger Verbraucherschützer. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale hat 32 Online-Händler getestet, um herauszufinden wo die Stärken und Schwächen beim Online-Handel mit frischen Lebensmitteln liegen.

Insgesamt ermittelten die Experten 179 Shops, die deutschlandweit mit frischen Lebensmitteln online handeln. Bei 32 davon wurden Bestellungen aufgegeben und insgesamt 134 Produkte geliefert. Dabei wurde unter anderem geprüft, ob frische Lebensmittel beim Kunden in der geforderten Qualität ankommen.

Die Bestellungen und Lieferungen verliefen bei den Testkäufen laut der Untersuchung in den meisten Fällen problemlos. Insgesamt hielt demnach die Hälfte der 32 getesteten Shops den auf der Webseite angegebenen Lieferzeitraum ein. Auf Rückfragen hätten die Händler in den meisten Fällen schnell reagiert, sofern sich Lieferungen verspäteten oder es Beanstandungen bei der Qualität der Produkte gab.

Im Rahmen der Testkäufe seien indes die größten Probleme bei der Einhaltung der Kühlkette festgestellt worden. Mehr als die Hälfte aller Produkte habe unmittelbar nach der Lieferung teils deutlich über den empfohlenen Norm-Temperaturen gelegen. „In diesen Fällen besteht die Gefahr, dass sich Qualität und Mindesthaltbarkeit der Produkte vermindern“, geben die Experten zu bedenken.

Kommentare zu " Verbraucherschützer fordern Kontrollsystem: Online-Lebensmittelhandel – ein Risiko?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das scheint gut zu funktionieren, werde es selbst testen. Für ältere Mitbürger sollte das eine prima Sache werden.

  • Kontrollen, wo?

    Wenn die Polizei am Frankfurter HAUPTBAHNHOF kontrolliert, ist jeder 10. ein Erfolg für eine Anzeige.

    Und glaubt jemand wirklich, dass das dauerhaft gemacht würde.

    Und die Lebensmittelkontrollen dürften auch nur spartans sein.

    Mehr nicht.

    Trotzedem, guten Appetit!

  • Wie schwach Merkel in Wirklichkeit ist, sieht man an Problemen wie der Unsicherheit bei den wichtigsten Produkten des Lebens. Hier muss es ein kategorisches Handelsverbot für online Lebensmittel geben - stattdessen nur Gähnen im Regierungslager.. Merkel ist eine Verwalterin von Gesetzen, die sich andere auf den Leib schneidern und Gesetzen, die gar nicht existieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%